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Intensivmediziner warnen: 6000 Covid-Patienten bis Weihnachten

Ein Patient wird auf einer Covid-19-Intensivstation betreut.

Schon vor Weihnachten ist mit bis zu 6000 Corona-Erkrankten auf den Intensivstationen zu rechnen. Das geht aus einer Mitteilung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. Die Lage sei demnach noch nie so bedrohlich und ernst gewesen wie im Moment. Das bisherige Allzeithoch des vergangenen Jahres werde bei der aktuellen Infektionsdynamik mit Sicherheit deutlich überschritten.

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Im Moment sei die Infektionsdynamik regional extrem unterschiedlich, erklärte der Mathematiker Andreas Schuppert. Der Wissenschaftler erstellt seit Pandemiebeginn Modellierungen zum Einfluss der Infektionsdynamik auf die Kliniken. Im Norden und Westen sei die Lage noch vergleichsweise unter Kontrolle, in Bayern, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg hingegen nicht, so Schuppert am Mittwochnachmittag.

Die Hoffnung: Flacht die Corona-Welle bereits ab?

Allein in der vergangenen Woche wurden bundesweit mehr als 2300 intensivpflichtige Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Covid-19 neu aufgenommen. 886 Covid-19-Patienten und -Patientinnen sind verstorben. Das Gesundheitssystem, insbesondere die Intensivstationen, sind laut Divi vielerorts bereits überlastet, sodass teils schwerstkranke Patienten und Patientinnen von Ost nach West und von Süd nach Nord verlegt werden.

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Immerhin: Aktuell sei bundesweit und vor allem in Bayern ein leichtes und als vorläufig zu bewertendes Abflachen der Meldezahlen zu sehen. „Das stimmt uns mäßig optimistisch“, sagte Schuppert. Mit einem Peak in der Infektionswelle sei Mitte Dezember zu rechnen – mit etwas Glück auch schon vorher. „Bis sich das in den Intensivstationen niederschlägt, wird es aber einige Zeit dauern“, betonte Schuppert. Sollte die Welle wirklich leicht abflachen, sei bei der Belegung der Intensivbetten trotzdem mit einer Steigung bis Weihnachten zu rechnen. „Da können wir durchaus auf 6000 Betten kommen“, so der Experte.

Wissenschaftler erforschen die Eigenschaften der Omikron-Variante

Die Forschung rund um die im südlichen Afrika entdeckte Coronavirus-Variante Omikron läuft auf Hochtouren. Bislang gibt es wenig gesicherte Erkenntnisse.

Divi fordert einheitliche Maßnahmen – bis hin zum Lockdown

Die Strategie der Verlegung von Erkrankten verschaffe im Moment nur kurzfristig Zeit, betont die Divi. Um die Kliniken vor dem Kollaps zu bewahren, fordert sie „sofort bundesweit einheitliche notbremsende Maßnahmen zur größtmöglichen Kontaktbeschränkung. Das kann – wenn notwendig – auch ein zeitlich begrenzter Lockdown sein.“

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Konkret befürwortet die Divi, die epidemische Lage nationaler Tragweite zu reaktivieren. Umgehend müssten bundesweit alle nicht dringend medizinisch notwendigen Eingriffe und Behandlungen eingestellt werden und das Personal in die Intensiv- und Notfallbereiche versetzt werden. Es brauche mindestens eine Million Impfungen und Booster-Impfungen pro Tag sowie eine Impfpflicht für alle Erwachsene. Schließungen von Kitas und Schulen sollten weitestgehend vermieden werden.

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