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Weihnachten in Corona-Zeiten: Wird das Fest trotz Omikron sicher?

Maske zu Hause tragen, wenn Gäste da sind? Fühlt sich seltsam an, kann aber andere schützen.

Kontakte auf das Allernotwendigste reduzieren, keine großen Treffen, sich nicht zu stark auf den Impfschutz verlassen: Dass auch dieses Jahr an Weihnachten das Corona-Thema dominiert, hatte vor wenigen Wochen noch niemand so erwartet. Die Omikron-Variante sowie die immer noch starke Delta-Welle verändern die Lage. Explodierende Fallzahlen sind schon in wenigen Tagen bis Wochen zu erwarten. Die Lage ist also unsicher. Worauf kann und sollte vor diesem Hintergrund nun jeder und jede vor und beim Weihnachtsfest achten?

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Vor dem Treffen mit Verwandten – Impf- und Teststatus checken

Wie sicher ein Treffen ist hängt in diesem Jahr erstmals auch am Impf- und Teststatus. „Am besten ist es, wenn die Älteren unter den Familienmitgliedern alle auch schon ihre dritte Impfung erhalten haben“, sagt etwa die Modelliererin Anita Schöbel. „Zusätzlich empfehle ich, dass sich alle direkt vor der Weihnachtsfeier noch testen. Wenn man dann in einer nicht zu großen Gruppe Weihnachten feiert, sollte einem entspannten Fest eigentlich nichts entgegenstehen.“ Vorher sollte man sich überlegen, mit wie vielen Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, ein Treffen wirklich notwendig ist, betont auch das Robert Koch-Institut (RKI).

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„Es hat jeder selbst in der Hand, wie das Weihnachtsfest abläuft“, sagt der Virologe Ralf Bartenschlager. „Ich persönlich wäre entspannt, wenn alle, die an den Festlichkeiten teilnehmen, geimpft sind. Wenn auch die 80-jährigen Eltern oder Großeltern dabei sind, sollten diese eine Boosterimpfung erhalten haben.“ Man müsse sich bewusst sein, dass bei fehlendem Immunschutz ein Infektions- und auch Erkrankungsrisiko besteht. Der Virologe Marco Binder empfiehlt vor diesem Hintergrund: „Wenn sich jeder vorab selbst testet, kann die Sicherheit für alle – insbesondere die älteren Verwandten – noch einmal deutlich erhöht werden.“

Absolute Sicherheit bieten aber auch Corona-Schnelltests nicht, das gilt sowohl für das Erkennen der neuen Omikron-Variante wie auch für das Erkennen älterer Varianten. Gerade bei Geimpften zeigt sich eine akute Infektion möglicherweise weniger gut als bei Ungeimpften. Gerade wer geimpft und geboostert ist, könnte – wenn denn trotzdem eine Infektion stattfindet – einen asymptomatischen Verlauf haben. „Die Aussagekraft eines negativen Befundes in diesen Personengruppen ist limitiert“, heißt es auf der RKI-Homepage. Vor allem bei einem Besuch von Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben, also etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen, sollte deshalb möglichst ein PCR-Test zum Einsatz kommen. Denn der kann am verlässlichsten eine Infektion nachweisen – auch bei Geimpften mit Booster.

Was, wenn der Schnelltest an Weihnachten positiv ist?

Es ist die Horrorvorstellung: Kurz bevor sich die Familie unter dem Weihnachtsbaum versammelt, fällt der zu Hause durchgeführte Schnelltest positiv aus. Das ist ein Hinweis darauf, dass man akut infektiös sein und auch andere anstecken könnte. Deshalb empfiehlt es sich, in diesem Fall direkte Kontakte zu anderen möglichst sofort einzuschränken und sich zu isolieren.

Sprich: Nicht auch noch zu den eigentlich geplanten Feierlichkeiten bei den Verwandten aufbrechen oder den Besuch trotzdem empfangen. Auch wer Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber bei sich feststellt, sollte laut RKI unbedingt zu Hause bleiben und direkte Kontakte einschränken, rät die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Internetseite Infektionsschutz.de.

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RKI empfiehlt „maximale Kontaktbeschränkungen“ ab sofort

Aufgrund der fortschreitenden Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus mahnt das Robert-Koch-Institut nun drastische Maßnahmen an.

Nach dem positiven Schnelltest sollte man den Verdacht diagnostisch abklären lassen – mit einem PCR-Test. In der Regel hat die hausärztliche Praxis über die Feiertage aber geschlossen. In diesem Fall kann auch der ärztliche Bereitschaftsdienst kontaktiert werden – unter der Telefonnummer 116 117. Dort wird dazu beraten, wo man sich am eigenen Wohnort trotz Feiertagen und Ferienzeit per PCR auf das Coronavirus testen lassen kann. Man kann auch selbst im Internet schauen, ob das Testzentrum um die Ecke oder Apotheken an Weihnachten geöffnet sind. In Notfällen wie akuter Atemnot sollte direkt die Notfallnummer 112 angerufen werden. Aber nur dann, und nicht um einen PCR-Test zu machen.

Masken, Abstand, Lüften: Hilft auch zu Hause

Es gibt noch ein weiteres Tool, das auch bei Omikron hilft, und auch im eigenen Haushalt, wenn Gäste da sind: die Aha-plus-L-Regel. „Sofern Kontakte nicht gemieden werden können, sollten Masken getragen, Mindestabstände eingehalten und die Hygiene beachtet werden“, schreibt das RKI in seinem Wochenbericht. Zugegeben: Eine Maske in den eigenen vier Wänden tragen fühlt sich seltsam an. Sind Gäste da, schützt das aber vor Ansteckung. Zudem sollten Innenräume regelmäßig gelüftet werden, sobald sich mehrere Personen darin aufhalten. Diese simplen Schutzmaßnahmen helfen gegen alle Virusvarianten, betonen Expertinnen und Experten.

Ist die größere Weihnachtsfeier noch okay?

Je weniger Menschen aufeinandertreffen, umso geringer wird die Chance, dass sich das Virus weiter ausbreiten kann. „Ich bitte Sie eindringlich: Lassen Sie uns die Feiertage so verbringen, dass sie für das Virus kein Fest werden“, sagte vor wenigen Tagen RKI-Chef Lothar Wieler. Die Weihnachtszeit sollte wirklich nur im kleinsten Freundes- und Familienkreis verbracht werden. „Treffen Sie möglichst wenige und wenn, dann immer dieselben Menschen in einem festen sozialen Kreis – und etablieren Sie diesen Kreis am besten schon jetzt in der Vorweihnachtszeit“, betonte Wieler.

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