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Masern, Typhus, Tetanus: Weniger Impfungen in armen Ländern

  • Viele Länder haben ihre Impfkampagnen vorübergehend gestoppt, um große Menschenansammlungen zu vermeiden.
  • Das Gesundheitsministerium und die Impfallianz befürchten, dass es deshalb in diesem Jahr zu einem Anstieg lebensbedrohlicher Erkrankungen kommen könnte.
  • Auswirkungen der Pandemie seien auch auf den Kampf gegen HIV, Tuberkulose und Malaria in 106 Ländern zu erkennen.
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Berlin. Entwicklungsländern drohen wegen der Corona-Pandemie nach Erkenntnissen der Bundesregierung neue Ausbrüche von Krankheiten, die durch Impfungen vermeidbar wären. Wie aus der Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht, haben viele Länder die Massenimpfungskampagnen gegen Krankheiten wie Cholera, Masern, Meningitis, Kinderlähmung, Tetanus, Typhus und Gelbfieber ausgesetzt. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe empfohlen, Impfkampagnen vorübergehend zu stoppen, um große Ansammlungen von Menschen zu vermeiden.

Wie es in der Antwort, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, weiter heißt, könnte es unter anderem in Äthiopien, Bangladesch, Burkina Faso, dem Kongo, Nigeria, Pakistan, Senegal, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik in diesem Jahr zu einem Anstieg lebensbedrohlicher Erkrankungen kommen. Unter Berufung auf die Impfallianz Gavi schreibt die Bundesregierung, dass durch coronabedingte Ausgangssperren, Reisebeschränkungen und unterbrochene Lieferketten 68 Länder von Verzögerungen oder Aussetzungen ihrer Impfprogramme betroffen seien.

Kampf gegen HIV und Malaria unter Pandemie-Druck

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Auswirkungen der Pandemie seien auch auf den Kampf gegen HIV, Tuberkulose und Malaria in 106 Ländern zu erkennen. Etwa drei Viertel der Programme seien betroffen, Labordienste stünden unter akutem Druck, da viele der Diagnoseinstrumente bei HIV und Tuberkulose für die Prüfung auf das Coronavirus im Einsatz seien.

Der Berichterstatter der FDP-Fraktion für globale Gesundheit im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Jens Beeck, forderte die Bundesregierung auf, ihr Engagement beim globalen Gesundheitsschutz deutlich zu verstärken. "Wir riskieren, die Erfolge jahrzehntelanger Arbeit im weltweiten Kampf gegen Infektionskrankheiten zunichtezumachen."

RND/ epd

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