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Psychologin im Interview

Krieg in der Ukraine: Wie mit Kindern darüber sprechen?

Wie erklärt man Kindern den Krieg?

Wie sollte man sich als Mutter oder Vater verhalten, wenn das eigene Kind Angst wegen des Krieges in der Ukraine hat? Wichtig sei, die Angst ernst zu nehmen, die Kinder aber auch zu beruhigen, sagt Marion Schwarz. Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (BKJ).

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Marion Schwarz betreibt eine psychotherapeutische Praxis für Kinder, Jugendliche und Familien in Mainz.

Marion Schwarz betreibt eine psychotherapeutische Praxis für Kinder, Jugendliche und Familien in Mainz.

Frau Schwarz, was kriegen Kinder von den Ereignissen in der Ukraine mit und wie belastend ist das für sie?

Ab dem Grundschulalter denke ich schon, dass sie es in jedem Fall mitkriegen. Das heißt aber nicht, dass sich auch alle Kinder ängstigen. Ein Kind, das grundsätzlich sensibel ist, neigt vielleicht eher dazu. Und Kinder bekommen es natürlich auch mit, wenn die Eltern sich sorgen. Eltern können ihre Kinder nicht von dem abschirmen, was in der Welt passiert, das geht nicht.

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Wie sollten Eltern damit umgehen, wenn ihre Kinder Angst vor einem Krieg haben?

Man sollte die Sorgen der Kinder ernst nehmen und nicht einfach sagen, das betrifft uns nicht. Man kann ruhig sagen: Auch ich mache mir Sorgen. Aber es ist auch wichtig, sie zu beruhigen, indem man zum Beispiel sagt: Hoffen wir, das alles gut geht, und die Streithähne sich wieder vertragen. Und dass die Politiker ja auch schon versucht haben, miteinander zu reden.

Wie kann man Kindern erklären, warum es Kriege gibt?

Das ist natürlich auch altersabhängig. Ich würde ihnen sagen: Auseinandersetzungen kennt jeder, auch du streitest dich mal mit anderen Kindern, deinen Freunden oder Geschwistern. Das ist in der Politik nicht anders, Krieg ist so etwas wie ein schlimmer Streit unter Erwachsenen, bei dem jemand sehr zornig ist. Aber besser ist es dann immer, dass man miteinander redet. Gewalt ist nie eine gute Lösung. Erklären kann man auch, dass es bei Kriegen und Konflikten oft um Grenzen geht und Grenzen sich immer mal verschieben. Man könnte zum Beispiel erklären: Hier in Mainz gibt es drei Ortsteile, die früher zu Mainz, aber nun zu Wiesbaden gehören. Deshalb würden wir aber keinen Krieg mit Hessen anfangen.

Was, wenn die Kinder fragen: Kommt der Krieg jetzt auch zu uns?

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Größeren Kindern würde ich auf dem Globus zeigen, wo die Ukraine liegt und ihnen erklären, dass es auch an anderen Stellen auf der Welt Kriege gibt, in Syrien oder in Afrika. Dass das aber eben nicht immer bedeutet, dass diese Kriege auch zu uns kommen und nicht jeder Krieg ein Weltkrieg wird. Dass es dort, wo wir leben, schon sehr lange Zeit keinen Krieg mehr gegeben hat. Und dass es ja auch die UNO und Friedensmissionen gibt und wir natürlich hoffen, dass alles gut geht und die Politiker eine Lösung finden.

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