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Übung macht auch hier den Meister

Vorzeitiger Samenerguss: Was Mann dagegen tun kann, wenn er zu früh kommt

Die meisten Männer hatten wohl schon einmal einen zu frühen Samenerguss. Aber wann ist zu früh wirklich zu früh?

Die meisten Männer hatten wohl schon einmal einen zu frühen Samenerguss. Aber wann ist zu früh wirklich zu früh?

Nervosität kann, ebenso wie unregelmäßiger Geschlechtsverkehr, eine Ursache von vielen dafür sein, dass ein Mann beim Sex zu schnell zum Orgasmus kommt. Männer, die unter einem vorzeitigen Samenerguss leiden, fühlen sich davon oft sehr belastet – auch Scham spielt eine große Rolle. „Die Männer haben irgendwann Angst vor der Angst“, sagt Paar- und Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning im RND-Podcast „Ach, komm!“. Und das könne sich auch auf die Beziehung auswirken.

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Wie viel zu früh ist zu früh?

Weil Betroffene davon ausgingen, dass es beim nächsten Geschlechtsverkehr „wieder passiert“, komme ein Teufelskreis zustande, der das Problem noch verschlimmern könne, erklärt Henning. Der Mann sei während des Geschlechtsverkehrs dann so angespannt und unter Stress, dass er noch schneller kommt – dazu käme eine riesige Scham gegenüber der Partnerin oder dem Partner.

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Wenn ein Mann immer sehr schnell zum Orgasmus kommt, spricht man von einem vorzeitigen Samenerguss. Laut Urologenportal handelt es sich aber erst dann um eine sexuelle Funktionsstörung, wenn kein befriedigender Geschlechtsverkehr mehr möglich ist. Eine mögliche Folge: Das Selbstbewusstsein von betroffenen Männern leidet – und das kann neben dem unbefriedigenden Geschlechtsverkehr auch die Partnerschaft beeinflussen.

Mit Partner oder Partnerin sprechen

Wenn ein Mann nur gelegentlich zu früh kommt, stellt das noch keine Störung dar. Die Problematik müsse laut Urologenportal für die Diagnose länger als sechs Monate auftreten – und den Patienten stark belasten. Zudem wird zur eindeutigen Diagnose von Ärztin oder Arzt ausgeschlossen, dass keine anderen Erkrankungen für die vorzeitigen Samenergüsse verantwortlich sind – eine Prostataentzündung etwa gilt als möglicher Risikofaktor.

Wer unter vorzeitigen Samenergüssen leidet, sollte dies auch immer mit der Partnerin oder dem Partner besprechen. In einigen Fällen handelt es sich nur um die subjektive Wahrnehmung, dass der Samenerguss zu früh kommt. Fakt ist aber: Wenn der Samenerguss zwar relativ schnell kommt, Sexualpartner oder -partnerin den Sex aber als befriedigend empfinden, gibt es kein Problem, erklärt Henning.

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Dem Portal Gesundheitsinformation zufolge dauert es im Normalfall im Durchschnitt fünf bis sieben Minuten, bis ein Mann beim Geschlechtsverkehr einen Samenerguss hat. Beim vorzeitigen Samenerguss spielt laut Henning aber auch eine große Rolle, dass der Samenerguss nicht oder nur kaum kontrolliert werden kann. Männer, die unter dem vorzeitigen Samenerguss leiden, haben diesen oft schon, bevor sie ihren Penis eingeführt haben oder innerhalb einer Minute. Henning erklärt im RND-Podcast „Ach, komm!“, dass etwa jeder fünfte Mann von diesem Problem betroffen sei – und sich dieses durch alle Altersgruppen ziehe.

Was sind die Ursachen für einen vorzeitigen Samenerguss?

Laut dem Urologenportal gibt es verschiedene Ursachen für die Diagnose „vorzeitiger Samenerguss“ – dabei wird zwischen primären (lebenslangen) und sekundären (erworbenen) Ursachen unterschieden. Betroffene des häufiger vorkommenden lebenslangen vorzeitigen Samenergusses haben diesen meist schon bei ersten sexuellen Erfahrungen. Henning erklärt, dass manche Männer sich damit abfinden, dass „es bei ihnen schon immer so war“.

Der sekundäre vorzeitige Samenerguss tritt erst im Laufe des Lebens auf - und kann auch Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung sein.

Wie vermeidet man, zu früh zu kommen?

Henning zufolge ist es am wichtigsten, seine Erregung steuern zu lernen. Nur so könne sich der vorzeitige Samenerguss in den Griff bekommen lassen. Wer also „rückwärts zählt oder an die hässliche Tante denkt“, sei in seiner Wahrnehmung nicht bei seinem Körper und kann demnach auch nicht lernen, seine Erregung zu kontrollieren. Auch von Betäubungscremes für den Penis hält Henning nichts. „Das ist so, als würde ich versuchen, nichts zu fühlen, um besseren Sex zu haben.

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Helfen könne hingehen, seinen Körper besser kennenzulernen und so zu lernen, seine Erregung auch während des Geschlechtsverkehrs zurückzuhalten. Laut Henning klappt das am besten, wenn Mann erst einmal alleine übt – während der Masturbation. Bei der Masturbation sei der Mann nämlich meistens viel weniger angespannt als beim Sex mit der Partnerin oder dem Partner. Eine Übung sei etwa, seine Atmung zu kontrollieren und tief in den Beckenboden zu atmen. Um die Anspannung loszuwerden, könne laut Henning auch Bewegung helfen – etwa des Beckens. Dies würde automatisch den ganzen Körper entspannen. Auch seinen Kiefer zu entspannen, kann helfen – etwa indem der Unterkiefer nach links und rechts bewegt wird. Bei der Masturbation sollte Mann sich ganz auf seinen Körper einlassen und beobachten, was passiert, wenn er sich schneller oder langsamer streichelt.

Auf die Stellung kommt es an

Laut dem Portal Gesundheitsinformation kann auch ein bewusstes Hinauszögern des Samenergusses helfen. Dazu stimuliert der Mann seinen Penis mehrfach bis kurz vor den Orgasmus und hört dann auf. Die Technik soll helfen, den Samenerguss besser kontrollieren zu können. Laut Henning solle bei der Masturbation Öl oder Gleitgel verwendet werden, um ein ähnliches Gefühl wie beim Geschlechtsverkehr zu erzeugen.

Beim Sex schließlich sei Henning zufolge auch die Stellung ausschlaggebend. Wenn der Mann oben liegt, sei er körperlich sehr angespannt – das könne einen schnellen Orgasmus fördern. Wenn der Mann aber unten liegt oder einfach in einer Position, die für ihn entspannend ist, kann er viel besser seine Erregung kontrollieren. Henning empfiehlt, auch immer Partnerin oder Partner mit einzuweihen, denn die Unterstützung sei wichtig. „Am Anfang ist es Arbeit“, sagt Henning. „Aber es lohnt sich“.

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Die Paar- und Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning rät Betroffenen zu einer sexualtherapeutischen Behandlung, die nicht nur das Selbstbewusstsein der Männer stärkt, sondern auch helfen kann, an dem vorzeitigen Samenerguss zu arbeiten.

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