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Vor dem Corona-Gipfel: RKI empfiehlt sofort „maximale Kontaktbeschränkungen“

  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern sofortige „maximale Kontaktbeschränkungen“ empfohlen.
  • Diese sollten zunächst bis Mitte Januar gelten, heißt es in einem neuen Strategiepapier der Behörde.
  • Angesichts der Omikron-Variante rechne das RKI mit „einer Infektionswelle von bisher noch nicht beobachteter Dynamik“.
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Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt aufgrund der aktuellen Corona-Lage in Deutschland „maximale Kontaktbeschränkungen“. Gemeint ist damit, dass sich beispielsweise nur noch maximal zehn Personen in Innenräumen treffen sollen. Das gilt auch für private Zusammenkünfte. Dabei werden alle Personen mitgezählt, außer vollständig Geimpfte mit Auffrischimpfung. Bei Treffen von Personen mit Booster sollen es maximal 15 Personen sein. Für den Außenbereich rät das RKI, die Personenzahl auf 50 Personen zu beschränken. Nach der Empfehlung des RKI könnten sich somit zehn doppelt Geimpfte plus fünf Personen mit Auffrischimpfung treffen oder 15 Personen, die bereits ihren Booster erhalten haben.

Diese Kontaktreduktionen sollten „sofort beginnen“ und bis zunächst Mitte Januar gelten, heißt es in einem neuen Strategiepapier des RKI, welches die Behörde am Dienstag auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Es baut auf der sogenannten Control-Covid-Strategie auf, zuletzt aktualisiert Ende September, mit der Deutschland sicher durch den Herbst und Winter kommen sollte.

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2G- und 3G-Konzepte verschärfen

Neben Kontaktbeschränkungen spricht sich das RKI in seinem neuen Leitfaden auch für eine „Reduktion von Reisen auf das unbedingt Notwendige“ sowie eine „maximale Geschwindigkeit bei der Impfung der Bevölkerung“ aus. Dazu zählen neben Booster-Impfungen auch Erstimpfungen. Die Phase der Kontaktbeschränkungen bis Mitte Januar müsse genutzt werden, um die Impfkampagne voranzubringen.

Zudem müsse sichergestellt werden, dass sich die Bürgerinnen und Bürger weiterhin kostenlos auf das Coronavirus in Testzentren testen lassen können. 2G- und 3G-Konzepte müssten nachgeschärft werden, da Genesene und Geimpfte genauso wie Ungeimpfte zur Verbreitung von Omikron beitragen können. Das RKI schlägt vor, den Zugang zu bestimmten Einrichtungen und Veranstaltungen wie Gottesdiensten mit 2G-plus- oder 3G-Plus-Konzepten zu regulieren. Das heißt: Geimpfte und Genesene, oder auch Ungeimpfte, brauchen einen negativen Corona-Test. Bei Personen, die bereits eine Booster-Impfung erhalten habe, könne diese Testpflicht entfallen.

Omikron könnte Anfang Januar in Deutschland dominieren

Auch wenn die Omikron-Welle in Deutschland noch am Anfang stehe, zeige der Blick ins Ausland, dass durch diese Variante „mit einer Infektionswelle von bisher noch nicht beobachteter Dynamik gerechnet werden muss“, schreibt das RKI. „Die Variante Omikron ist sehr leicht übertragbar und führt auch bei vollständig Geimpften und Genesenen häufig zu Infektionen, die weitergegeben werden können.“

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WHO: Omikron breitet sich aus und infiziert auch Geimpfte
1:53 min
In vielen Ländern ist Omikron auf dem Vormarsch. Auch die USA meldeten zuletzt, dass Omikron mittlerweile die vorherrschende Virusvariante ist.  © Reuters

Erste RKI-Analysen würden trotz noch vorhandener Unsicherheiten darauf hindeuten, dass Omikron „bereits Anfang Januar 2022 die Mehrzahl der Infektionsfälle in Deutschland und mehrere Zehntausend Infektionsfälle täglich ausmachen kann“. Die Verdopplungszeit der Virusvariante liege nach aktuellem Stand bei etwa drei Tagen.

Überlastung des Gesundheitssystems droht

Das RKI weist darauf hin, dass die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland aktuell zwar zurückgehe, aber die Hospitalisierungen und Auslastungen der Intensivstationen noch auf einem sehr hohen Niveau seien. „Sollte die Dynamik der bevorstehenden Omikron-Welle nicht gebremst werden, ist aufgrund der in kurzer Zeit zu erwartenden hohen Fallzahlen mit einer Überlastung der Gesundheitsversorgungsstrukturen in Deutschland zu rechnen“, heißt es im Strategiepapier der Behörde. Auch mit einer Beeinträchtigung der kritischen Versorgungsstrukturen wie Transport- und Produktionsketten, Feuerwehr oder Polizei müsse gerechnet werden.

Das RKI hatte am Montag seine Risikobewertung für die Gefährdung durch Covid-19 aufgrund des Auftretens und der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante aktualisiert und als „sehr hoch“ eingeschätzt. Die Behörde empfiehlt, schon jetzt an Omikron angepasste Corona-Impfstoffe für Auffrischungsimpfungen zu beschaffen und Kapazitäten für die Verabreichung dieser Vakzine im Frühjahr beziehungsweise Sommer bereitzustellen.

RND/jst/lb/dpa

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