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Virologe Streeck: “Deutschland ist zu schnell in den Lockdown gegangen”

  • Das Coronavirus hat die Welt noch immer im Griff. Ein gutes Zeichen aus Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen sinkt seit einigen Wochen.
  • Der Virologe Hendrik Streeck glaubt dennoch, dass Deutschland zu überstürzt in den Lockdown gegangen sei.
  • Streeck ist sich sicher, dass die Bundesregierung nicht noch einmal zu solchen starken Maßnahmen greifen würde.
Heidi Becker
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Die deutsche Wirtschaft leidet enorm unter den Corona-Maßnahmen. Kurzarbeit und Insolvenzen gehören zur Tagesordnung. Nun äußert sich Professor Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik in Bonn, und sagt, Deutschland sei zu schnell in den Lockdown gegangen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet heute von 318 Neuinfektionen in den letzten 24 Stunden und einer Reproduktionszahl, die stetig um den kritischen Wert schwebt. Schwierig zu sagen, wie die Situation ohne den Lockdown aussähe.

Virologe: Maßnahmen würden nicht erneut getroffen werden

Streeck sagte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), dass Deutschland unter großem Druck der Öffentlichkeit stand und daher überstürzt in den Lockdown gegangen sei. Nachdem im März Großveranstaltungen abgesagt wurden, seien die Infektionszahlen bereits gesunken. Bei einem erneuten Ausbruch „wird man sich sicherlich hüten, wieder derart starke Maßnahmen zu ergreifen“, ist sich der Virologe sicher.

Trotz der Corona-Toten glaubt Streeck außerdem nicht, "dass wir am Ende des Jahres in Deutschland mehr Todesfälle als in anderen Jahren gehabt haben werden“. Ebenfalls skeptisch sieht er die Corona-Warn-App der Bundesregierung, die “ein bisschen spät” käme.

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Streeck geht von zweijähriger Immunität aus

Der Virologe zieht auch die flächendeckende Maskenpflicht in Deutschland in Zweifel, da die Masken oft falsch genutzt würden und so “einen wunderbaren Nährboden für Bakterien und Pilze” darstellten.

Aufgrund von verschiedenen Studien und Literaturauswertungen geht der Bonner Virologe nach einer überstandenen Covid-19-Infektion von einer Immunität von bis zu zwei Jahren aus. Deutschlandweit gibt es aktuell mehr als 170.000 Menschen, die die Infektion überstanden haben und als geheilt gelten.

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