Virologe Streeck ist gegen eine Impfpflicht
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Virologe Hendrik Streeck betont, dass die Impflücken geschlossen werden müssen – aber ohne Impfpflicht.
© Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa
Der Virologe Hendrik Streeck hat sich gegen eine Impfpflicht gegen Covid‑19 ausgesprochen. „Wir können die Wirkdauer der Impfungen nicht vollends abschätzen, und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission ändern sich auch noch alle paar Monate“, sagte Streeck dem „Göttinger Tageblatt“. Ziel müsse es dennoch sein, die Impflücken bei den über 60-Jährigen zu schließen.
Streeck zum Umgang mit Pandemie: „Eher mehr testen als zu wenig“
Um das zu erreichen, rät der Bonner Virologe im Umgang mit Ungeimpften zu einer „ehrlichen Ansprache“. Eine generelle 2G-Regel lehnt er dagegen ab: „Das signalisiert den Geimpften fälschlich, dass sie schon durch sind“, sagt er. Denn auch Geimpfte seien Teil der Pandemie und könnten das Virus verbreiten – auch wenn sie selbst keine Symptome zeigten. Streeck befürchtet zudem, dass sich Ungeimpfte dann ins Private zurückzögen, was wiederum unkontrollierte Ausbrüche begünstige. Stattdessen solle wieder verstärkt aufs Testen gesetzt werden – „eher mehr testen als zu wenig“.
Streeck kritisiert Corona-Datenmangel
Streeck bemängelte gegenüber dem „Göttinger Tageblatt“ außerdem den Mangel an Daten zur Verbreitung des Coronavirus – man habe den Überblick verloren. „Da wir nicht mehr wissen, wie weit das Virus verbreitet ist, können wir nicht sagen, wann die Welle wieder abflacht“, sagte er. Er empfiehlt daher, im Kampf gegen die Pandemie weiter auf Verhaltensregeln wie Maske tragen und Abstand halten zu setzen. Generell müsse es für alle Jahreszeiten eigene Verhaltensregeln geben. „Wir müssen mit Sommerreifen und mit Winterreifen fahren“, sagte er.
RND/bk