Menschenrechtler: Coronavirus bedroht Venezuelas Gesundheitssystem

  • Das ohnehin angeschlagene Gesundheitssystem in Venezuela wird durch die Corona-Pandemie auf eine harte Probe gestellt.
  • Überfüllte Krankenhäuser und der schlechte Zugang zu Wasser erschweren die Situation zusätzlich, fürchten Menschenrechtsorganisationen.
  • Zudem gebe nur sehr begrenzte Möglichkeiten, überhaupt auf das Virus zu testen.
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New York. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und Experten der Johns-Hopkins-Universität haben vor katastrophalen Folgen der Coronavirus-Pandemie in Venezuela gewarnt. Das marode Gesundheitssystem des südamerikanischen Landes sei “extrem unvorbereitet”, um angemessen auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu reagieren, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Die Krankenhäuser in Venezuela seien überfüllt und es gebe nur begrenzt Wasser, erklärten HRW und die Zentren für Öffentliche Gesundheit und Menschenrechte sowie für Humanitäre Gesundheit der Johns-Hopkins-Universität. Deshalb könne sich dort das Virus schnell ausbreiten. Die Massenauswanderung der Venezolaner in die Nachbarländer erhöhe zudem die Gefahr, dass es in der gesamten Region um sich greife.

Wenige Infektionen – Testkapazitäten fehlen

Dem Bericht zufolge lag die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 in Venezuela am Montag bei 1121, bei zehn Todesfällen. Die tatsächlichen Zahlen seien aber mit großer Sicherheit viel höher, denn es gebe nur sehr begrenzte Möglichkeiten, überhaupt auf das Virus zu testen. Zudem fehle es an Transparenz, Ärzte und Journalisten müssten Repressalien fürchten, wenn sie über das Thema berichteten, hieß es in dem Berichten.

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Human Rights Watch und die Johns-Hopkins-Universität forderten UN-Generalsekretär António Guterres und UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock auf, den "humanitären Notstand" in Venezuela anzugehen. Die USA und die EU forderten sie auf, Präsident Nicolás Maduro dazu zu drängen, sofort die Grenze für humanitäre Hilfe zu öffnen

RND/AP

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