Worin unterscheiden sich Coronavirus und Influenza?

  • Die Lungenkrankheit Covid-19 und die Grippe haben Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
  • Erste Erkenntnisse hat die Weltgesundheitsorganisation zusammengetragen.
  • Dabei spielen Übertragungswege, Ansteckungsgefahr und Risikogruppen eine wichtige Rolle.
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Was ist gefährlicher, die Grippe oder das neuartige Coronavirus? Bei der Diskussion um Maßnahmen gegen die Covid-19-Pandemie wird oft die Influenza zum Vergleich herangezogen.

Grippe und Coronavirus im Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Wieso Politiker und Gesundheitsbehörden weltweit beim Coronavirus drastische Maßnahmen wie Quarantäne anordnen, wird bei einem Vergleich zwischen den beiden Erkrankungen deutlicher.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Anfang März in einem Bericht wichtige Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Grippe und Covid-19 verdeutlicht.

Ähnlichkeiten zwischen Covid-19 und Grippe

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  • Ausprägung der Infektionskrankheiten: Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann – von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich.
  • Übertragung: Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch bei direktem Kontakt weitergegeben.
  • Prävention: Bei Grippe und Covid-19 greifen die gleichen Vorsichtsmaßnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden.
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Coronavirus: Diese Maßnahmen schützen mich
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Das neuartige Coronavirus hat Deutschland erreicht, doch es gibt viele Möglichkeiten, um sich vor dem Anstecken zu schützen.  © RND

Unterschiede zwischen Covid-19 und Grippe

  • Ausbreitungsgeschwindigkeit: Eine Influenza hat laut WHO eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome. Ansteckungen in den Infektionsketten folgen rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa fünf bis sechs Tagen, bei einer Influenza bei drei Tagen. Das bedeute, dass sich eine Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19.
  • Übertragung: Bei einer Influenza würden oft schon vor der Ausprägung von Symptomen weitere Menschen angesteckt. Bei Covid-19 seien zwar Übertragungen 24 bis 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bekannt, sie seien aber nach derzeitigem Kenntnisstand anders als bei der Grippe selten und spielten für die Weiterverbreitung kaum eine Rolle, erklärt die WHO.
  • Ansteckungsrate: Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben – und damit an mehr als bei einer Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heißt es von der WHO.
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  • Kinder: Sie seien bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft, so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken – Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern.
  • Krankheitsverlauf: Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Der WHO zufolge ist der Verlauf bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. Bei 5 Prozent der Infizierten ist demnach künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt wohl höher als bei der normalen saisonalen Grippewelle – exakte Angaben lassen sich dazu aber derzeit kaum machen.
  • Risikogruppen: Als besonders von schweren Verläufen betroffene Risikogruppen gelten bei Influenza Kinder, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Bei Covid-19 gehören Kinder und Schwangere nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen.
  • Behandlung: “Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind mehr als 20 Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19”, so die WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente.
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Von COVID-19 bis zur spanischen Grippe - Pandemien der Geschichte
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Eine Pandemie hat 1918 rund 20 Millionen Menschenleben gefordert: die Spanische Grippe.  © RND

RND/ dpa/ sbu

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