• Startseite
  • Gesundheit
  • Umstrittene Entscheidung: Ab Montag muss man für Krankschreibungen wieder zum Arzt

Umstrittene Entscheidung: Ab Montag muss man für Krankschreibungen wieder zum Arzt

  • In der Corona-Krise mussten Patienten mit Atemwegserkrankungen für eine Krankschreibung nicht beim Arzt erscheinen.
  • Ab Montag reicht ein Telefonat aber nicht mehr aus, Arbeitnehmer müssen wieder zum Arzt.
  • Kassenärzte sind skeptisch, Arbeitgeber hingegen mit der Entscheidung zufrieden.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Für Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden müssen Arbeitnehmer ab diesem Montag wieder zum Arzt gehen. Eine in der Corona-Epidemie eingeführte Ausnahmeregelung, dass dies auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt ging, wird nicht verlängert. Das beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Freitag. Für die Beurteilung, ob man arbeitsunfähig ist und eine Krankschreibung erhält, ist wieder eine körperliche Untersuchung nötig. Von den Praxisärzten kam Kritik.

Der Wegfall entspricht den Lockerungsschritten

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken erläuterte, die befristete Ausnahme diente angesichts der dynamischen Corona-Entwicklungen dazu, Praxen zu entlasten und die Virusausbreitung zu verringern. Diese Dynamik habe zwischenzeitlich aber durch strikte Abstands- und Hygieneregeln, die ebenfalls in Praxen beachtet werden, deutlich verlangsamt werden können. Die Behelfsregelung könne daher zum vorgesehenen Termin auslaufen. Dies entspreche auch den behutsamen Lockerungsschritten, die Bund und Länder beschlossen haben.

Video
Coronavirus: Diese Maßnahmen schützen mich
0:55 min
Um eine zweite Ansteckungswelle in Deutschland zu vermeiden, sind einige Verhaltens- und Hygieneregeln zu beachten.  © RND
Coronavirus: Immer informiert
Abonnieren Sie Updates für das Thema "Coronavirus" und wir benachrichtigen Sie bei neuen Entwicklungen

Kritik: Stopp sei weder für Praxen noch Patienten gut

Anzeige

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisierte einen “abrupten Stopp” der Ausnahmeregelung, der weder für die Praxen noch für die Patienten gut sei. Man habe sich für eine Verlängerung bis 3. Mai eingesetzt, sei aber im Gremium überstimmt worden. Eine solche Verlängerung wäre auch deckungsgleich mit den staatlich beschlossenen Kontaktbeschränkungen gewesen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) begrüßte dagegen das Auslaufen der Sonderregelung. Mit der schrittweisen Normalisierung sei es ebenso richtig, zum Regelzustand zurückzukehren.

Laut G-BA ist ein unmittelbares Arztgespräch vor allem bei Erkrankungen wichtig, die nur durch eine persönliche Untersuchung umfassend und präzise erkannt werden könnten. Unabhängig davon sollten Patienten mit typischen Covid-19-Symptomen oder unklaren Symptomen der oberen Atemwege vorher in der Praxis anrufen und das Vorgehen besprechen.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen