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  • Umfrage zu Mittagspause und Desktop-Dining: Immer mehr Arbeitnehmer verzichten auf ihre Pause

Umfrage: Deutsche Arbeitnehmer lassen Pause immer häufiger ausfallen

  • Eine neue Umfrage zeigt: Die Mittagspause ist nicht mehr das, was sie mal war.
  • Denn immer mehr Menschen verzichten auf die „heiligen 30 Minuten“, um die Arbeit nicht unterbrechen zu müssen.
  • Wenn zu Mittag gegessen wird, passiert das immer öfter am Schreibtisch.
Alice Mecke
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Hannover. Vielen Arbeitnehmern ist die Mittagspause heilig. Eine kurze Auszeit, bei der man sich stärkt und sich mit den Kollegen austauscht. Doch immer mehr Menschen können einfach nicht abschalten und arbeiten und essen gleichzeitig – was man nicht wirklich als echte Mittagspause bezeichnen kann. „Desktop Dining“ wird dieses Phänomen genannt. Die Onlinekantine Smunch hat 5000 Beschäftigte in ganz Deutschland zu ihren Gewohnheiten während der Mittagspause befragt und mehr als 71 Prozent gaben an, „Desktop Dining“ zu betreiben.

Damit gehe jeder zweite Berufstätige in der unbezahlten Mittagspause relativ häufig Tätigkeiten nach, die eigentlich in die Arbeitszeit gehören. Nur jeder sechste Befragte gab an, nie während der Pause zu arbeiten.

Erholung scheint Fehlanzeige bei den Deutschen

Gesund oder erholsam sei das nicht: „Für eine kurze Auszeit von der Arbeit braucht es eine ruhige Umgebung, genügend Zeit – mindestens 30 Minuten – und eine ausgewogene Zwischenmahlzeit. Während der Pause zu arbeiten, selbst wenn man nur schnell eine E-Mail schreibt, das widerspricht sich“, kommentiert Anna Punka von Smunch die Ergebnisse.

Zudem sei die Mittagspause eines der wichtigsten Rechte für Arbeitnehmer, betont Punka. Doch voll und ganz auskosten tun das nur die wenigsten. Denn trotz der gesetzlich vorgeschriebenen 30 Minuten Pause (bei sechs Stunden Arbeitszeit), nehmen sich die meisten Deutschen nur eine 15- bis 30-minütige Auszeit, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Mehr als jeder zehnte Arbeitnehmer lässt seine Mittagspause sogar komplett entfallen, Frauen öfter als Männer. Aber immerhin, dafür nimmt sich jeder siebte Berufstätige eine Stunde Pause.

Alle 70 bis 90 Minuten Pause machen

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Professor Ingo Froböse ist Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln. Sein Tipp: Etwa alle 70 bis 90 Minuten eine kleine Auszeit von fünf bis zehn Minuten nehmen. Denn spätestens nach dieser Zeitspanne sei der Mensch beim Arbeiten weniger aufmerksam und konzentriert. Wer im Büroalltag obendrein viel sitzt, sollte die Pause mit einem kleinen Spaziergang an der frischen Luft füllen, empfiehlt der Experte.

Nur wer regelmäßig kleine Pausen einplane, bleibt laut Froböse fit und leistungsfähig. Schließlich regeneriert der Körper nicht einfach so nebenbei, sondern kann dies nur tun, wenn ihm Zeit und vor allem Ruhe dazu gegeben werde. „Insgesamt haben wir kein Belastungsproblem, sondern vielmehr ein Regenerationsproblem“, fasst der Professor die Problematik zusammen.

Und was ist mit dem Essen?

Doch nicht nur Bewegung trägt zur Leistungsverbesserung bei, auch – das richtige – Essen. Fast die Hälfte (47,5 Prozent) der Befragten legt Wert auf ein gesundes und ausgewogenes Mittagessen. Die Zutaten der Mahlzeit sind indes den Frauen wichtiger als den befragten Männern. Im Gegenzug ist es den Männern wichtiger, dass das Essen schmeckt. Außerdem gab jeder vierte Berufstätige an, dass er zur Mittagszeit warmes Essen bevorzuge.