Umfrage: Die Corona-Krise belastet Jüngere mehr als Ältere

  • Wöchentlich befragt das Cosmo-Konsortium Bundesbürger zu Verhalten, Wissen und Sorgen in der Corona-Krise.
  • Die aktuelle Umfrage zeigt: Vor allem Jüngere leiden unter der aktuellen Situation.
  • Insgesamt fürchten die Deutschen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise.
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Die Deutschen sorgen sich in der Corona-Krise derzeit vor allem um die Zukunft kleiner Unternehmen. Auch eine Überlastung des Gesundheitssystems wird einer aktuellen Umfrage zufolge befürchtet. Viele der befragten Teilnehmer äußerten zudem die Sorge, dass die Corona-Krise eine Rezession auslöst und die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert wird. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des COSMO („Covid-19 Snapshot Monitoring“)-Konsortium, für die seit Anfang März wöchentlich rund 1000 Personen zu ihrer Wahrnehmung rund um Covid-19 befragt werden. Teilnehmende Institutionen sind unter anderem das Robert-Koch-Institut, die Universität Erfurt, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Leibniz-Institut für Resilienzforschung.

Das Coronavirus ruft bei einem Großteil der Befragten Angst hervor. 60 Prozent bezeichneten das Virus als eher angsteinflößend oder angsteinflößend. 74 Prozent nannten die Entwicklungen eher besorgniserregend oder besorgniserregend. 51 Prozent der Befragten gaben an, ihre persönliche Situation momentan als belastend zu empfinden. Wobei Ältere sich damit weniger schwer tun als Jüngere. Die jüngeren Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren litten demnach häufiger unter Langeweile, Einsamkeit, Niedergeschlagenheit, Nervosität und Angst. In einem Singlehaushalt lebende Personen berichten ebenfalls häufiger von Einsamkeit.

Dominanz des Themas, Sorge und Angst in Zeiten von Corona © Quelle: COSMO-Konsortium
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Die Hälfte der Befragten ignoriert Quarantäne

Laut der Umfrage ist die Bevölkerung gut über die aktuelle Lage informiert. 93 Prozent wissen, dass sie zu Hause bleiben sollen, wenn sie krank sind. Allerdings halten sich nur 78 Prozent der Befragten daran. Auch die geltenden Vorschriften zur sozialen Distanzierung sind bekannt, werden aber teilweise nur unzureichend umgesetzt. 65 Prozent der Personen, die wissen oder denken, sie könnten infiziert sein wissen, dass man sich bei Symptomen in Selbst-Quarantäne begeben soll. Allerdings setzen dies nur 50 Prozent auch in die Tat um.

Eine mögliche Erklärung dafür findet Professor Kai Sassenberg vom Leibnitz-Institut für Wissensmedien: „Das Abstandhalten beispielswiese widerspricht den Grundbedürfnissen des Menschen als soziales Wesen. Gleichzeitig glauben Menschen nicht, dass sie von ihren Freunden und guten Bekannten infiziert werden.“

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Spahn sieht ersten Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Virus-Krise
1:31 min
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich angesichts der geringeren Neuinfektionen optimistisch.  © Reuters

„Covid-19 wird zunehmend als relevantes Gesundheitsrisiko wahrgenommen. Das Wissen um Schutzmaßnahmen ist bereits relativ hoch und die Mehrzahl der Menschen informiert sich bereits intensiv. Das sind insgesamt sehr gute Nachrichten, zumal zu erwarten ist, dass diese Werte angesichts der aktuell zunehmenden Verbreitung weiter steigen. Ich interpretiere die Daten so, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich bereits verantwortungsbewusst informiert, adäquat vorbereitet und die offiziellen Informationen ernst nimmt“, kommentiert Matthias Hastall, Professor für Qualitative Forschungsmethoden und Strategische Kommunikation für Gesundheit, Inklusion und Teilhabe der Technische Universität Dortmund die Ergebnisse.

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Mögliche Exit-Strategien und Masken-Pflicht

Aktuell wird in der Politik über sogenannte Exit-Strategien diskutiert, also darüber, wie nach dem 19. April das Öffentliche Leben wieder aufgenommen werden kann. 52 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sprechen sich dafür aus, die Maßnahmen auch nach dem 19. April nicht zu lockern. Auf weniger Zustimmung treffen Überlegungen, nach dem regionale Unterschiede in den Maßnahmen gemacht werden oder nur noch die Hochrisikogruppe der Senioren in häuslicher Quarantäne verbleiben sollen. Letztere Maßnahme trifft vor allem bei älteren Befragungsteilnehmenden auf wenig Zuspruch. Verstärktem Testen und häuslicher Quarantäne von Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten, wird stark zugestimmt.

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Nachdem in Österreich bereits die Masken-Pflicht eingeführt wurde, diskutiert auch die Bundesrepublik über Mundschutz in der Öffentlichkeit. 69 Prozent halten es für eine wirksame Schutzmaßnahme, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen. 26 Prozent geben an, in der Öffentlichkeit bereits eine Maske zu tragen. Einer Masken-Pflicht stimmen 45 Prozent zu.

Die Bereitschaft, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen ist vor allem bei Älteren hoch. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass sie sich einen Schutz vor Ansteckung erhoffen. Wichtig ist dabei allerdings zu beachten, dass eine Maske vor der Übertragung, nicht aber vor einer Ansteckung schützt.

Datenschutzkonforme App kommt gut an

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Ein weiteres, derzeit viel beachtetes Thema, ist der Einsatz einer Tracking-App, die dabei helfen soll, die Ausbreitung des Virus weiter einzudämmen. Dabei setzen die Behörden nach aktuellem Stand auf eine Anwendung, die sich Bürger freiwillig herunterladen sollen. 60 Prozent sind eher bereit oder bereit, sich eine datenschutzkonforme App zu installieren. 14 Prozent würden sich eine solche App auf keinen Fall runterladen. 94 Prozent der Personen, die eine solche App nutzen würden, wären eher bereit oder bereit, ihre Kontaktdistanzhistorie mit dem Gesundheitsamt zu teilen. Die daraus folgende häusliche Quarantäne von Personen, die mit einem Infizierten Kontakt haben, ist sehr gut akzeptiert.

RND/mkr

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