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Folgen des Kriegs

WHO: 186 Angriffe auf das Gesundheitswesen in der Ukraine nachgewiesen

Ukraine, Mariupol: Medizinisches Personal behandelt Frauen nach ihrer Entbindung im Keller eines Krankenhauses, der als Schutzbunker genutzt wird.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine vor täglich steigenden Gesundheitsfolgen für Ukrainerinnen und Ukrainer gewarnt. „Die WHO hat inzwischen 186 Angriffe auf das Gesundheitswesen in der Ukraine nachgewiesen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz. Besonders schlecht stehe es um die Gesundheitsversorgung im Osten der Ukraine, also unter anderem in der heftig umkämpften ukrainischen Stadt Mariupol.

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Laut WHO-Definition sei unter einem Angriff auf das Gesundheitswesen „jeder Akt der verbalen oder physischen Gewalt sowie die Behinderung und Androhung von Gewalt, der die Verfügbarkeit, den Zugang oder die Zustellung von kurativer oder präventiver Gesundheitsversorgung während eines Notfalls behindert“ zu verstehen.

Wie Ghebreyesus berichtete, konnten inzwischen zahlreiche Zivilisten Mariupol verlassen und von der WHO sowie ihren Partnern versorgt werden. Humanitäre Korridore seien auch weiterhin wichtig, um Menschen in Sicherheit zu bringen. „Wir fordern die Russische Föderation dazu auf, es Menschen zu ermöglichen, Mariupol und andere Regionen zu verlassen, in denen Zivilisten in großer Gefahr sind. Und wir fordern die Russische Föderation weiterhin dazu auf, diesen Krieg zu beenden“, sagte Ghebreyesus.

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WHO: Pandemie und Krieg wirken sich negativ auf psychische Gesundheit aus

Das WHO-Regionalbüro für Europa hatte zuvor auch auf negative Auswirkungen des Kriegs auf die psychische Gesundheit hingewiesen. Der bewaffnete Konflikt in der Ukraine wirke sich demnach auf das geistige Wohlbefinden von Millionen von Menschen aus. „Zehn Wochen Krieg in der Ukraine haben zu unberechenbarer Ungewissheit, Unsicherheit, Trauer und Verlust geführt“, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Mittwoch in Kopenhagen.

Auch die Inhaftierung von Geflüchteten und Migranten schlage sich negativ auf die Gesundheit der Betroffenen nieder, erklärte das WHO-Regionalbüro Europa. Einwanderungshaft etwa während des Wartens auf Abschiebebescheide sollte immer nur als letztes Mittel dienen, Alternativen sollten immer Vorrang haben. Es gehe letztlich darum, einen menschlicheren Ansatz zu wählen.

Zehn schlechte Nachrichten für Putin

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat sich an allen Fronten festgefahren: militärisch, politisch, wirtschaftlich. Nun wird auch noch weltweit über seinen Gesundheitszustand spekuliert.

Das Recht auf Gesundheit müsse für alle Menschen geschützt werden, auch für Flüchtlinge und Migranten, betonte Kluge. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge verschlechtert sich die psychische Gesundheit von Migranten demnach im Laufe der Zeit in Gewahrsam. Die negativen Folgen könnten langfristig sein und die Betroffenen auch nach der Freilassung weiter begleiten.

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Nach WHO-Angaben lebten 2021 mehr als 150 Millionen Menschen in der Region mit psychischen Gesundheitsproblemen. Nur jeder dritte Mensch mit Depressionen erhalte die Hilfe, die benötigt werde. Psychische Probleme beträfen alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten.

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RND/bk/dpa

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