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Trotz steigender Zahlen: Modellversuch in Tübingen geht mit Anpassungen weiter

  • Obwohl der Inzidenzwert auch in der Universitätsstadt Tübingen steigt, wird das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ fortgeführt.
  • Allerdings nur mit einigen Anpassungen.
  • Die Außengastronomie muss unter anderem geschlossen bleiben.
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Die Kinos geöffnet, der Besuch des Biergartens mit Freunden erlaubt – in Tübingen ist einiges möglich, was in anderen Orten der Bundesrepublik noch lange nicht wieder geht. Möglich macht das das Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“, das in Tübingen seit dem 16. März läuft. Die Tübinger Pandemiebeauftragte und Notärztin Lisa Federle und Oberbürgermeister Boris Palmer haben den Modellversuch entwickelt. Mit negativem Schnelltestergebnis steht die Innenstadt den Menschen wieder offen.

Von Anfang an gab es aber auch Kritik an dem Projekt, die in den vergangenen Wochen lauter wurde. Von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wurde das Projekt auf Twitter Ende März gar als gescheitert erklärt.

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Palmer: Landkreis Tübingen nicht mit der Stadt Tübingen verwechseln

Seine Bemerkung „Tübingen schafft es nicht“ untermauerte er mit einer Übersicht der Inzidenzwerte für Tübingen, auf der zu erkennen ist, dass die Inzidenz auch hier steigt. Palmer reagierte mit einer Stellungnahme auf Facebook und wies Lauterbach darauf hin, dass er die Werte des Landkreises Tübingen mit denen der Stadt Tübingen verwechsle. Während die Inzidenz im Landkreis steige, was an Ausbrüchen in Schulen und Kitas außerhalb der Stadt Tübingen liege, liege die Inzidenz der Universitätsstadt seit zwei Wochen in einem Korridor zwischen 20 und 30.

Inzidenzwert auch in der Stadt Tübingen deutlich gestiegen

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So weit zumindest der Stand Ende März. Mittlerweile ist aber auch die Inzidenz in der Stadt Tübingen deutlich angestiegen. Zurzeit liegt sie bei 73. Den Modellversuch sieht Palmer dennoch nicht als gescheitert an. Er verweist auf Facebook darauf, dass die Stadt Tübingen mit ihrem Wert immer noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liege und die Positivrate der Schnelltests konstant bei 1:1000 stehe.

Ganz ohne auf das Infektionsgeschehen zu reagieren geht es aber auch in Tübingen nicht weiter. Seit Mittwoch, 7. April, wird das Projekt mit Anpassungen fortgeführt. Zu den Maßnahmen gehört, dass Einzelhandel und Kultureinrichtungen geöffnet bleiben dürfen, die Testpflicht wird aber auf den Einzelhandel außerhalb der Innenstadt ausgedehnt. Die Außengastronomie muss schließen, Liefer- und Abholdienste bleiben erlaubt. Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitenden müssen ab dem 12. April ihre Beschäftigten mindestens ein- bis zweimal in der Woche einem Schnelltest unterziehen.

Trotz der Schwierigkeiten soll es mit Anpassungen weitergehen

In einem offenen Brief haben sich Boris Palmer und Lisa Federle am Mittwoch an die Bürgerinnen und Bürger von Tübingen gewandt. Darin heißt es: „Wir waren wirklich gut, aber leider nicht gut genug.“ Die ansteckendere britische Coronavirus-Variante habe dazu geführt, dass die Inzidenz trotz aller Anstrengungen gestiegen sei.

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Man sehe, dass die veränderten Bedingungen des Modellversuchs viel herausfordernder seien, als es die ersten Wochen waren. Dennoch halte man an dem Projekt fest. Palmer und Federle bieten dabei die Bürger der Stadt um Mithilfe: „Helfen Sie dabei mit? Gemeinsam können wir es schaffen, die Zahlen wieder zu drücken. Wir glauben, dass wir mit dem, was wir bereits über das verpflichtende Testen gelernt haben, die dritte Welle ohne Lockdown brechen können.“

RND/js/dpa

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