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Trinken trinken, trinken: Wie viel, was – und wie geht’s eigentlich richtig?

  • Die ersten heißen Tage stehen noch bevor, doch schon jetzt kann man nicht oft genug betonen, wie wichtig ausreichendes Trinken ist.
  • Bis zu 1,5 Liter sollten es für Erwachsene sein.
  • Leitungswasser ist dabei unbedenklich – und für Trinkmuffel gibt es einen neuen Trend.
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Hannover. Der Körper des Menschen besteht zu mehr als der Hälfte aus Wasser – genügend Flüssigkeit aufzunehmen ist daher unverzichtbar. Ernährungswissenschaftlerin Corinna Dürr erklärt: “Unser Körper besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser, bei Säuglingen sind es sogar 80 Prozent. Wasser benötigt der Körper, um Stoffe zu lösen und zu transportieren.” Wasser hält außerdem den Blutdruck und die Zellen aufrecht, regelt die Körpertemperatur und den Säure-Basen-Haushalt.

Bereits ab 2 Prozent Flüssigkeitsverlust bezogen auf das Körpergewicht verringert sich die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Das macht sich vor allem beim Sport und bei der Arbeit bemerkbar – man wird unkonzentriert und fühlt sich schwach. Da vor allem Säuglinge, Kinder und alte Menschen selten Durst verspüren, sollte bei ihnen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Wie viel sollten wir täglich trinken?

“Alles, was wir an Flüssigkeit verlieren, müssen wir wieder zu uns nehmen. Normalerweise gehen am Tag etwa 2,5 Liter Flüssigkeit über Haut, Atmung, Urin und Stuhl verloren”, weiß Dürr. Von den verlorenen 2,5 Litern nehmen wir etwa einen einen Liter über das Essen wieder auf, “bleiben also 1,5 Liter, die wir täglich trinken müssen.” Wer viel schwitzt oder körperlich aktiv ist, könne laut Ernährungsberaterin deutlich mehr brauchen. Und besonders an heißen Tagen muss ausreichend getrunken werden. Da Wasser die Körpertemperatur regelt, kühlt man sich dank Wasser ab und schützt den Körper vor Dehydrierung. Kann ein übermäßiges Trinken auch ungesund werden? “Gesunde können übrigens kaum zu viel trinken”, so Dürr.

Wie trinkt man richtig?

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Am effektivsten ist es, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken. Wer nur selten, aber dann große Mengen in sich hineinschüttet, scheidet relativ viel davon wieder aus. Laut Dürr ist Folgendes am besten: “Immer mal wieder ein Glas Wasser zu trinken hat auch den Vorteil, dass über den Tag verteilt noch mehr Mineralstoffe aus dem Wasser aufgenommen werden. Diese sind ohnehin für den Körper gut zu verwerten, da sie bereits im Wasser gelöst vorliegen.” Um das Trinken nicht zu vergessen, empfiehlt die Expertin, gleich morgens eine Flasche Wasser bereitzustellen und sie spätestens am Abend ausgetrunken zu haben.

Was trinken wir am besten?

Wasser ist für Dürr der ideale Durstlöscher, denn es liefert Flüssigkeit ganz ohne Kalorien. Softdrinks und Säfte sind aufgrund des hohen Zuckergehalts als Durstlöscher eher ungeeignet. Wer neben der Flüssigkeitszufuhr auch Mineralstoffe zu sich nehmen möchte, kann auf Heilwässer zurückgreifen. “Mineral- und Heilwässer können uns mit vielen wichtigen Mineralstoffen versorgen. Ein Liter Heilwasser beispielsweise mit 500 Milligramm Kalzium deckt schon die Hälfte unseres Tagesbedarfs”, erklärt Dürr. Heilwässer könnten zudem die Verdauung ankurbeln, Sodbrennen lindern oder Osteoporose vorbeugen.

Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt: “Wer beispielsweise keine Milch(-Produkte) verträgt oder verzehren möchte, kann durch ein Mineralwasser mit viel Calcium seine Versorgung mit diesem Mineralstoff verbessern. Genauso können Menschen mit hohem Blutdruck oder Nierenkranke solche mit dem Hinweis ‘geeignet für eine natriumarme Ernährung’ auswählen.”

“Leitungswässer liefern dagegen kaum Mineralstoffe, wie eine Studie an der Universität Hannover ergab”, so die Ernährungsberaterin. Doch “wir können froh sein, dass Deutschland so reich an natürlichen Mineral- und Heilwässern ist und durch die große Auswahl für jeden das passende Wasser bietet.”

Für Trinkmuffel eignet sich der neue Trend “Infused Water”. “Infused” bedeutet so viel wie “aufgegossen” – und das ist Programm. Obst (Erdbeeren), Gemüse (Gurke) oder Kräuter (Minze) werden mit frischem Wasser, still oder sprudelig, in einer Karaffe aufgegossen. Die Mischung im Kühlschrank ziehen lassen, wobei die Aromen der Zutaten auf das Wasser übergehen. Das Ergebnis ist ein dezent fruchtiger Drink, der nebenbei auch optisch was hermacht.

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Schmeckt gut und sieht gut aus: Infused Water mit Minze und Himbeeren. © Quelle: imago images/Westend61

Leitungswasser unproblematisch

Laut BZfE können wir ohne Probleme das Wasser aus der Leitung trinken. Auch ein Test der Stiftung Warentest aus dem letzten Jahr kam zu dem Ergebnis, dass das Wasser aus dem Hahn bedenkenlos getrunken werden kann. Bedenklich ist das Leitungswasser allerdings dann, wenn es noch durch Bleirohre transportiert wird. In Altbauten könnte das der Fall sein, die Bewohner müssen darüber informiert werden. “Sollten in älteren Gebäuden noch Bleirohre vorhanden sein, müssen die betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher hierüber schriftlich oder per Aushang informiert werden – auch wenn der Bleigrenzwert nicht überschritten wird.”

Schwangere und Kleinkinder sollten auf Leitungswasser aus Bleirohren verzichten und dafür auf abgepacktes Wasser ausweichen. Steht auf dem abgepackten Trinkwasser der Hinweis, dass es für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist, ist sichergestellt, dass das Wasser alle Grenzwerte einhält.

RND/dpa/ame

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