Transparenter, effektiver, schlagkräftiger: Europäer wollen WHO stärken

  • In einer Videokonferenz haben die EU-Gesundheitsminister beschlossen sich vermehrt für die Stärkung der WHO einsetzen zu wollen
  • Erstmals gebe es eine gemeinsame Position aller 27 EU-Staaten.
  • Der Einsatz der Europäer hängt auch mit dem Austritt der USA zusammen.
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Brüssel. Die EU-Staaten wollen sich gemeinsam für eine Reform und Stärkung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einsetzen. „Wir wollen die WHO transparenter, effektiver und schlagkräftiger machen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Freitag nach einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister.

Dabei gehe es auch um die finanzielle Ausstattung der Organisation und die Bereitschaft aller WHO-Mitglieder, ihre Beiträge zu zahlen. Es gebe erstmals eine gemeinsame Position aller 27 EU-Mitglieder in Sachen WHO-Reform, die sie bei der am 9. November beginnen Weltgesundheitsversammlung einbringen wollten.

EU-Länder größte Geldgeber der WHO

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Laut EU-Kommissarin Stella Kyriakides haben die EU-Institutionen 2019 mehr als 101 Millionen Euro für die in Genf ansässige Organisation aufgebracht. „Wir sind gemeinsam mit Deutschland und anderen die größten Geldgeber“, sagte die Kommissarin. Spahn betonte, dass man bei der WHO-Reform Verbündete rund um die Welt suche, so auch im Kreise der G7 und G20. Die EU werde eine starke und führende Rolle haben, aber das heiße nicht, „dass die EU allein die WHO schmeißt“.

Die USA haben ihren Austritt aus der WHO eingereicht, der im Juli 2021 wirksam wird. Präsident Donald Trump warf der in Genf ansässigen Organisation vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der chinesischen Regierung zu stehen. Er macht die WHO mitverantwortlich für die hohe Zahl der Corona-Toten. Mit dem Rückzug der USA sehen die Europäer für sich eine führende Rolle bei der Stärkung der WHO.

RND/dpa

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