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Was sind Totimpfstoffe?

Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet im Expo-Park in Lima eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Sinopharm vor.

Der Fußballnationalspieler Joshua Kimmich ist nicht geimpft – diese Nachricht hatte in den vergangenen Tagen für Wirbel gesorgt. Gegenüber dem Fernsehsender Sky sagte der Fußballspieler, es sei aber sehr gut möglich, dass er sich in Zukunft impfen lasse. Die „Bild“-Zeitung will erfahren haben, dass der 26-Jährige auf einen Totimpfstoff warten wolle.

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Was unterscheidet Totimpfstoffe von den gängigen Corona-Impfstoffen? Ein Überblick über die wichtigsten Fragen.

Welche Impfstoffarten gibt es gegen Corona?

Ob ein Impfstoff ein mRNA-, Vektor-, Lebend- oder Tot-Vakzin ist, unterscheidet sich laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) je nach Herstellung und Bestandteilen. Bisher können Menschen in Deutschland mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech/Pfizer oder Moderna) geimpft werden oder mit einem Vektorimpfstoff (Johnson & Johnson oder Astrazeneca). An Totimpfstoffen gegen Covid-19 wird geforscht, es gibt aber derzeit noch keine zugelassenen Vakzine in Deutschland.

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Am ehesten wird der Impfstoff der Firma Valneva auf den Markt kommen. Derzeit befindet er sich in der dritten und letzten Phase der klinischen Prüfung. In anderen Ländern, zum Beispiel in China, werden bereits Totimpfstoffe gegen Corona eingesetzt.

Was sind Lebendimpfstoffe?

Sogenannte Lebendimpfstoffe werden etwa gegen Mumps, Masern oder Röteln eingesetzt und enthalten laut BMBF Erreger, die sich noch vermehren können, also „lebensfähig“ sind. Die krankmachenden Eigenschaften wurden ihnen aber abgezüchtet.

Was sind Totimpfstoffe?

Für die sogenannten Totimpfstoffe werden die Erreger zunächst vermehrt und dann so abgeschwächt oder inaktiviert, dass sie im Körper des Patienten keine Krankheit auslösen, wohl aber vom Immunsystem als fremd erkannt werden und dann die Produktion spezifischer Antikörper anregen. Sie bilden die Basis vieler Impfungen und werden etwa gegen Hepatitis A und Influenza eingesetzt. Im Gegensatz zu mRNA-Impfstoffen, die dem Körper eine „Bauanleitung“ für ein spezifischen Teil des Virus geben, wird ein Teil des Coronavirus oder das ganze Virus bei Tot- und Lebendimpfstoffen direkt in der Spritze verabreicht.

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Was sind die Vor- und Nachteile?

Totimpfstoffe können nach Informationen des BR relativ schnell in großen Mengen hergestellt werden. Außerdem lassen sie sich deutlich besser lagern als etwa die empfindlicheren mRNA-Impfstoffe. Bei Temperaturen zwischen zwei bis acht Grad können Totimpfstoffe bis zu zwei Jahre aufbewahrt werden. Damit eignen sie sich besonders gut, um in sehr warmen und abgeschiedenen Teilen der Erde verabreicht zu werden. Auch die Verträglichkeit ist in der Regel altersübergreifend gut, auch für Risikopatienten und Risikopatientinnen.

Allerdings müssen dem Totimpfstoff Wirkverstärker beigemengt werden, weil die Wirkung bei der Corona-Impfung nicht stark genug ist. Diese senken die Verträglichkeit der Vakzine. Auch scheinen die Totimpfstoffe gegen Corona, etwa im Fall von Sinopharm aus China, deutlich weniger wirksam gegen das Coronavirus zu sein – insbesondere gegen die Virusvarianten. Das könnte, laut BR, daran liegen, dass Zellen nach einer mRNA-Impfung selbst anfangen, Virusbestandteile herzustellen, die das Immunsystem aktivieren. Das passiert bei dem Totimpfstoff nicht.

RND/kb

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