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Selten aber lebensgefährlich: So schützen Sie sich vor Tornados

  • Kürzlich wurden zwei Tornados über dem Bodensee gesichtet, die keine größeren Schäden anrichteten.
  • Das Wetterphänomen ist selten in Deutschland.
  • Trotzdem sollte man wissen, wie man sich im Notfall verhält.
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Offenbach. Gewitter kennen wir – und damit können wir auch umgehen. Aber Tornados sind eine andere Klasse, und kommen auch viel seltener vor als einfache Wetterfronten mit Blitz und Donner. Wie verhalte ich mich, wenn in meiner Umgebung so ein Wetterphänomen auftreten sollte?

„Der Tornado ist immer lebensgefährlich. Das ist überhaupt das gefährlichste Wetterelement, was wir weltweit haben“, erklärt Andreas Friedrich, Pressesprecher und Tornadobeauftragter des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Gespräch mit dem dpa-Themendienst. Und die Bilder von den Zerstörungen, aber auch von dem Wetterphänomen selbst sind eindrucksvoll. „Man erkennt ihn oft durch diesen Wolkenrüssel, der aus einer Wolke nach unten ragt“, so Friedrich. Sieht man diesen Rüssel, kann es am Boden schon einen Tornado gegeben haben oder er kann kurz bevorstehen.

Verstecken in einem fensterlosen Raum

Wer nun in einem festen Gebäude ist oder sich dahin zurückziehen kann, der sollte möglichst in den Keller gehen, rät Friedrich. „Also weit weg von jeder Tür und jedem Fenster in einen fensterlosen Raum. Denn dort ist man vor Trümmerteilen sicher, die der Tornado aufwirbelt und die Fenster, Rollläden, sogar Garagen mit Stahltoren durchschlagen können.“

Ist man im freien Gelände unterwegs und kann dem Tornado weder ausweichen noch ein festes Gebäude erreichen, sollte man, wie bei einem Gewitter auch, sich eine Mulde im Gelände suchen. „Auch hier weit weg von irgendwelchen Häusern und Bäumen, die dann als Trümmer umherfliegen könnten“, erklärt der DWD-Tornadobeauftragte. In die Mulde sollte man sich flach mit dem Gesicht nach unten legen.

Für Meteorologen schwer auszumachen

Die gute Nachricht: Tornados sind viel seltener als Gewitter. „Pro Jahr können wir in Deutschland so zwischen 20 und 60 Tornados nachweisen, die wirklich entdeckt werden, die auch nachweislich ein Tornado waren, die Schäden verursacht haben“, erklärt Andreas Friedrich. „Es gibt allerdings eine Dunkelziffer, weil viele Tornados werden nie entdeckt.“

Das Problem für die Meteorologen: „Tornados können wir nicht mit Wetterradargeräten erkennen, auch nicht mit Wettersatelliten. Hier sind wir immer auf Augenzeugeninformationen angewiesen - also dass uns jemand davon berichtet, dass wir Fotos und Videos bekommen. Erst dann kann so ein Tornado nachgewiesen werden“, führt Friedrich aus. „Insofern ist der Tornado ein seltenes Ereignis, das einen Ort in Deutschland nur ganz selten treffen wird.“

RND/dpa

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