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Thrombosepatientin nach Astrazeneca-Impfung: „Plädiere nach wie vor fürs Impfen“

  • Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca hat in den vergangenen Wochen nicht nur für positive Schlagzeilen gesorgt.
  • An der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen wird eine Patientin behandelt, die infolge der Impfung mit einer Sinusvenenthrombose zu kämpfen hat.
  • Sie plädiert trotz ihrer Diagnose dennoch weiterhin für das Impfen gegen Corona.
3:14 min
Wer heute an den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca denkt, dem kommen wohl auch die seltenen, aber möglichen Hirnvenenthrombosen in den Sinn, die als Folge auftreten können. An der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen wird eine Patientin behandelt, der genau das passiert ist. Diagnose Sinusvenenthrombose.  © Reuters
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Essen. Die Priorisierung für den Impfstoff von Astrazeneca ist in Deutschland aufgehoben, obwohl es in seltenen Fällen zu Hirnvenenthrombosen kommt. Diese treten als Nebenwirkungen nach einer Corona-Schutzimpfung mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Unternehmens auf. Eine 65-jährige Patientin im Uniklinikum in Essen ist selbst von den Nebenwirkungen betroffen. Nach der Erstimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca wurde bei ihr eine Sinusvenenthrombose festgestellt. Und das, obwohl sie eigentlich zur priorisierten Gruppe, den über 60-Jährigen gehört.

„Ich bin spät abends ins Badezimmer gegangen, bin umgefallen und kann mich seitdem an nichts erinnern.“ So schildert die 65-Jährige die Situation nach der Impfung mit Astrazeneca. Aufgrund ihres Alters und der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), den Impfstoff nur für Personen über 60 Jahren zuzulassen, habe die Betroffene keinerlei Bedenken gehabt, sich mit dem Vakzin impfen zu lassen. An der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen wurde die Sinusvenenthrombose festgestellt.

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„Die Nebenwirkungen sind nicht schwarz-weiß“

Der Direktor der Klinik, Christoph Kleinschnitz, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Nebenwirkungen auch bei der vermeintlich „sicheren“ Personengruppe auftreten können: „Junge Frauen sind am häufigsten betroffen. Aber diese Nebenwirkungen sind, wie immer in der Medizin, nicht schwarz-weiß. Sie können halt eben doch auch bei Älteren, vor allem Patientinnen, auftreten, jenseits der 60 Jahre.“

Es gebe laut Kleinschnitz eine „Diskrepanz zwischen Experten, Empfehlung und politischem Handeln“. Man habe sich in der Corona-Pandemie zuvor häufiger auf die Meinung von Fachleuten berufen. Das sei im Hinblick auf die Aufhebung der Priorisierung für Astrazeneca „nicht wirklich der Fall“.

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Patientin plädiert weiterhin für das Impfen gegen Corona

Trotz ihrer Diagnose sieht die Betroffene Impfen gegen das Coronavirus als eine gute Maßnahme und ist weit davon entfernt, Impfungen als solche zu verteufeln. „Im Nachhinein würde ich nach wie vor sagen, würde ich mich impfen lassen. In diesem Fall natürlich nicht mit Astrazeneca, weil ich es ja nicht vertrage. Das ist ja das Problem. Sie haben festgestellt, dass da eine Reaktion bei mir entsteht. Aber ich würde nach wie vor für das Impfen plädieren.“

RND/nw

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