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Tag der Patientensicherheit: Diese Hygienetipps sollten Sie im Alltag beachten

  • Erstmals hat die Weltgesundheitsorganisation WHO in diesem Jahr den Tag der Patientensicherheit initiiert.
  • Durch Gefahren wie Keime in Krankenhäusern nehmen jährlich Millionen Menschen Schaden.
  • Wer einige Tipps beachtet, kann sich und andere im Alltag vor gesundheitlichen Risiken besser schützen.
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Zum ersten Tag der Patientensicherheit am 17. September will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Bewusstsein für Gefahren in der ambulanten und stationären Behandlung stärken und weltweit für Verbesserungen im Gesundheitswesen sorgen. Aktuell infizieren sich in Deutschland laut Robert Koch-Institut (RKI) jedes Jahr schätzungsweise 400.000 bis 600.000 Patienten im Krankenhaus. Davon enden ungefähr 10.000 bis 15.000 dieser Krankenhausinfektionen tödlich.

Lesen Sie hier: Interview mit Facharzt: „Wenn wir die Standards einhalten, passieren weniger Fehler“

Ein großes Risiko geht dabei von Keimen aus. Die Gefahr kann in Krankenhäusern etwa durch strenge Hygienevorschriften wie ausreichende Desinfektion gemindert werden. Doch auch im Alltag schützen einige Grundregeln vor übertragbaren Keimen und Infektionen.

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Richtig und regelmäßig Hände waschen

Kaum ein Körperteil ist täglich so vielen Infektionsherden ausgesetzt wie unsere Hände. Die Krankheitserreger sitzen dabei gerne an Türklinken, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Restaurants. Auch über Berührungen mit anderen Menschen können Keime übertragen werden. „Wenn zum Beispiel ein Grippepatient in die Hand niest, haften die Viren im Anschluss an der Handfläche. Gibt der Erkrankte einem anderen Menschen die Hand, können die Viren weiterwandern“, sagt Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Experten raten daher zum regelmäßigen Händewaschen – vor allem nach dem Toilettengang und vor einer Mahlzeit sollten die Hände gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Das Aktionsbündnis „Keine Keime“ empfiehlt, sich für die Handhygiene Zeit zu nehmen. Mindestens 20 bis 30 Sekunden lang sollten die Hände gewaschen werden. Dabei gilt es, besonders die Zwischenräume und die Fingerkuppen und -nägel zu reinigen. Anschließend sollten die Hände ausreichend abgetrocknet werden, denn Erreger nisten vor allem dort, wo es feucht ist. Ungewaschene Hände gehören zudem nicht in die Nähe von Mund, Augen und Nase.

Mehr zum Thema: Richtig Hände waschen: Darauf müssen Sie achten

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Desinfektion – aber nicht zu viel

Desinfektion ist wichtig, dennoch raten Experten vom regelmäßigen Gebrauch ab. Zuhause reiche bei schmutzigen Händen die handelsübliche Seife, erklärt Ernst Tabori, ärztlicher Direktor beim Deutschen Beratungszentrum für Hygiene (BZH). Für Krankenhäuser oder Arztpraxen hingegen seien Handdesinfektionsmittel praktisch, weil Patienten mit einem geschwächten Immunsystem nicht zusätzlich mit Keimen von Außen belastet werden.

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Auch vor desinfizierenden Putzmitteln zur Bekämpfung von Bakterien im Haushalt rät Tabori ab. „Sie belasten die Umwelt, indem sie ins Klärwerk geraten und dort biologische Abbauorganismen, wie Bakterien und Einzeller, zerstören.“ Stattdessen tun es auch reguläre Haushalts- und Allzweckreiniger. Putzlappen und Schwämme sollten regelmäßig ausgetauscht werden.

Mehr zum Thema: Desinfektionsmittel: Ist zu viel Hygiene wirklich schädlich?

Keime lauern auch beim Essen

Wegen der hohen Hygienevorschriften in Deutschland können die meisten Lebensmittel hierzulande ohne Bedenken zubereitet und verspeist werden. Dennoch gilt es auch in der Küche einige Regeln zu beachten. Gemüse und rohes Fleisch etwa sollten mit separaten Messern auf separaten Brettern zubereitet werden, rät das Aktionsbündnis „Keine Keime“. Gemüse und Obst sollten vor dem Verzehr gründlich mit Wasser abgewaschen werden. Tierische Produkte sollten laut Empfehlung der BZgA mindestens drei Minuten bei 80 Grad oder zehn Minuten bei 70 Grad durchgegart werden.

Auch im Spülbecken lauern Gefahren. Vor allem Spülschwämme sollten einmal pro Woche ausgetauscht werden. Auch Küchenhandtücher gehören regelmäßig in die 60-Grad-Wäsche.

Achtung in der Erkältungszeit

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Gerade in der Erkältungszeit ist besondere Vorsicht geboten. Läuft die Nase, sollte ein Einmaltaschentuch genutzt und umgehend entsorgt werden. Auch beim Niesen sollte ein Taschentuch verwendet werden, alternativ tut es auch die Armbeuge. Bei Niesen und Husten sollte Abstand zu anderen Personen aufgesucht werden, besonders auf alte und junge Mitmenschen ist Rücksicht zu nehmen. Nach dem Niesen sollte man die Hände waschen.

Gefahren beim Reisen

Für Fernreisende gilt es, einige grundlegende Hygienetipps zu beachten, um einer Erkrankung etwa einem Magen-und-Darm-Infekt vorzugreifen. Vor allem bei Speisen und Getränken ist in manchen Ländern Vorsicht geboten. So sollte zum Beispiel kein rohes Fleisch oder roher Fisch verzehrt werden. Auch Leitungswasser, Eiswürfel, Eierspeisen und nicht pasteurisierte Milch und Speiseeis können Keime enthalten. Obst und Gemüse sollten, wenn möglich, mit abgekochtem oder gekauftem Wasser abgespült werden. Bei Reisen, mit schlechten hygienischen Bedingungen oder ohne Möglichkeit zum Händewaschen, können Handdesinfektionsmittel eine Alternative sein.