Studie: Langzeitfolgen für Ebolaüberlebende?

Hinweisschilder auf dem Gelände der UN-Friedensmission Monusco weisen auf Symptome, Ansteckungsgefahr und Krankheitsverlauf von Ebola hin.

Hinweisschilder auf dem Gelände der UN-Friedensmission Monusco weisen auf Symptome, Ansteckungsgefahr und Krankheitsverlauf von Ebola hin.

Das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik Kongo hat innerhalb eines Jahres 2934 Ebolafälle allein in den Provinzen Nordkivu und Ituri bestätigt. 1936 Patienten überlebten die Infizierung mit dem Ebolavirus nicht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Höhere Todesrate nach Ebolaerkrankung

Eine Beobachtungsstudie eines internationalen Forscherteams geht nun der Frage nach, ob Überlebende mit Langzeitfolgen zu rechnen haben. So stellten die Forscher fest, dass Menschen, die Ebola überlebt haben, bis zu einem Jahr nach der Behandlung eine fünffach höhere Sterblichkeitsrate aufweisen als der Rest der Bevölkerung.

Auch lesen: Warum ist Ebola so gefährlich?

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Oft liegen keine Obduktionsberichte vor

Da zu vielen Menschen, die Ebola überlebt haben und binnen eines Jahres danach gestorben sind, keine Obduktionsberichte vorliegen, lässt sich die Todesursache nur schwer feststellen. „Langzeitfolgen nach einer Ebolainfektion können verschiedene Organe betreffen, und bisher sind Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Augenerkrankungen und neurologische Symptome als Langzeitfolgen beschrieben worden“, sagt Marylyn Addo, Leiterin der Sektion Infektiologie des Universitätsklinikums in Hamburg-Eppendorf.

Nierenversagen als Todesursache?

Von Angehörigen Verstorbener wird jedoch auch immer wieder von Nierenversagen berichtet. „Das Ebolavirus ist über Wochen im Urin nachweisbar – oft länger als im Blut –, daher ist eine Nierenbeteiligung beziehungsweise -schädigung und eventuell ein daraus resultierendes Nierenversagen eine plausible Hypothese“, sagt Addo. Eine systematische Nachuntersuchung von Ebola-Überlebenden mit einer Langzeitkontrolle sei daher unabdingbar.

Nach Ebola: Dialyse notwendig

Auch Timo Wolf, Oberarzt an der Medizinischen Klinik 2 und Facharzt für innere Medizin und Infektiologie am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main hält es für möglich, dass Nierenversagen eine der tödlichen Ursachen nach einer Ebolaerkrankung sein könne. Seine These: „Alle Patienten, die aufgrund ihrer Ebolainfektion invasiv beatmet werden mussten, benötigten auch eine Dialysebehandlung. Es erscheint somit plausibel, dass Nierenversagen auch bei der Gruppe der Überlebenden eine große Rolle spielt.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren: Impfstoff und Geld nötig, um Ebola unter Kontrolle zu bekommen

RND/hb

Mehr aus Wissen

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige

Verwandte Themen

Top Themen

Aktuelles

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken