Studie: Erhöhen Pestizide das Hautkrebsrisiko?

  • Jährlich erkranken weltweit mehr als zwei Millionen Menschen an Hautkrebs.
  • Italienische Forscher vermuten, dass es einen Zusammenhang mit Pestiziden gibt.
  • Laut einer Studie könnte das Hautkrebsrisiko durch chemische Unkrautvernichter erhöht werden.
Heidi Becker
|
Anzeige
Anzeige

Parma. In den letzten 50 Jahren sind die Fälle von Hautkrebserkrankungen deutlich gestiegen. Die Deutsche Krebsgesellschaft informiert, dass Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge weltweit zwei bis drei Millionen neue Fälle von hellem Hautkrebs sowie mehr als 250.000 neue Fälle von schwarzem Hautkrebs jährlich auftreten.

Schon lange ist der Forschung der Zusammenhang von Hautkrebs und UV-Strahlung klar. Das Team um Professor Ignazio Stanganelli von der italienischen Universität Parma ist sich jedoch sicher, dass die gehäuften Krankheitsfälle nicht nur mit UV-Strahlung zusammenhängen, sondern auch aufgrund der Verwendung von Pestiziden gestiegen sind.

Erhöhtes Krebsrisiko durch Herbizide?

Pestizide sind chemisch-synthetische Stoffe und Stoffkombinationen, die giftig auf Tiere oder Pflanzen wirken, erklärt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND). Um die erhöhten Zahlen der an Hautkrebs erkrankten Menschen erklären zu können, analysierten die italienischen Forscher neun Studien, an denen insgesamt 184.389 Menschen in verschiedenen Gruppen teilgenommen haben. Ein Artikel dazu ist in der September-Ausgabe des "Journal of The European Academy of Dermatology and Venereology" erschienen, über den auch die "Ärzte-Zeitung" berichtete.

Eine der von Professor Stanganelli untersuchten Gruppen - mit etwa 90.000 Menschen - bestand hauptsächlich aus Farmern und Gärtnern. Menschen also, die beruflich mit Pestiziden zu tun haben. Und tatsächlich ergaben sich erhöhte Werte bei den Personen, die mit chemischen Unkrautvernichtern, also Herbiziden arbeiten.

Anzeige

Forscher: Weitere Studien sind erforderlich

Da aber gerade die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, auch oft besonders viel Zeit draußen in der Sonne verbringen, lässt sich der Anteil der UV-Strahlen und der Anteil von Herbiziden auf ein mögliches Hautkrebsrisiko schwer unterscheiden.

Anzeige

Die italienischen Forscher geben zu bedenken, dass gezielte Beobachtungsstudien nun wichtig seien, um den Verdacht zu bestätigen, dass gerade Menschen, die beruflich mit Herbiziden arbeiten, ein erhöhtes Hautkrebsrisiko haben könnten.