Studie: Bis Ende Juli könnten sich alle Erwachsenen impfen lassen

  • Derzeit werden in Deutschland um die 200.000 Menschen täglich gegen das Coronavirus geimpft.
  • Experten zufolge könnten mit einem verbesserten System für die Terminvergabe und einer Beschleunigung der Impfungen bis Ende Juli alle Erwachsenen in Deutschland geimpft werden.
  • Denn an Impfstoffknappheit scheitert es im April nicht mehr.
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Der Start der deutschen Impfkampagne gegen das Coronavirus verlief holprig, trotzdem sind Experten optimistisch: Bis Ende Juli würden Wissenschaftlern der Hans-Böckler-Stiftung zufolge ausreichend Impfstoffdosen zur Verfügung stehen, um allen 53 Millionen Erwachsenen in Deutschland ein Impfangebot zu machen. Das zeigt eine neue Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

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Mehr Impfungen durch Beschleunigung des Impfprogramms

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Noch immer hängt Deutschland mit den Impfungen etwas hinterher. Doch im April könnte die Impfkampagne in Deutschland einen Schub bekommen: Während von Januar bis März erst rund 16 Millionen Dosen geliefert wurden, sollen es nach der Prognose des Bundesgesundheits­ministeriums im zweiten Quartal bis zu 73,5 Millionen Dosen sein. Inzwischen wurden dem RKI zufolge 9.620.262 Menschen die Impfstoffe von Biontech, Astrazeneca und Moderna verabreicht, 4.152.394 Menschen haben bereits die Zweitimpfung erhalten (Stand: 3. April, 11 Uhr).

Lieferengpässe, wie es sie in der Vergangenheit gegeben hat, wird es den Forschern zufolge in einigen Wochen also nicht mehr geben. „Das zentrale Ziel, alle zu einer Impfung bereiten Erwachsenen möglichst schnell zu immunisieren, ist daher erreichbar“, meint Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK, in einer Pressemitteilung. Wichtig sei nun die Beschleunigung des Impfprogramms durch Politik und Behörden und das schnelle Einbeziehen aller Haus- und Betriebsärzte.

Hausärzte könnten das Immunisierungstempo beschleunigen

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Derzeit werden in Deutschland ungefähr 200.000 Impfstoffdosen am Tag verimpft. Die Impfbereitschaft lag jüngsten Umfragen zufolge bei ungefähr 75 Prozent. Dullien und sein IMK-Forscherkollege Andrew Watt betonen daher, dass ab Anfang des zweiten Quartals nicht mehr die Verfügbarkeit der Impfstoffe, sondern die Kapazitäten der Impfeinrichtungen die Impfkampagne ausbremsen würde. Bis Anfang April müsste die Zahl der täglichen Impfungen auf durchschnittlich 275.000 steigen, ab April wäre dann eine weitere Steigerung: „Die Zahl der täglichen Impfungen müsste auf durchschnittlich gut 670.000 steigen und sogar Höchstwerte von 800.000 erreichen, um den normalerweise geringeren Betrieb am Wochenende auszugleichen“, heißt es vom IMK.

Wenn das Impfsystem in Deutschland verbessert und auch Haus- und Betriebsärzte für die Impfungen mit einbezogen würden, sei diese Beschleunigung Dullien und Watts zufolge allerdings machbar. Nach Einschätzung des Hausärzteverbandes wäre allein in den niedergelassenen Praxen wöchentlich 2,5 Millionen Impfungen möglich.

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Ein „Impfpfad“ führt zum Ziel

Ihre Prognose stützen die beiden Ökonomen auf auf die aktuellen Statistiken der Bundesregierung, die angeben, wann wie viele der bestellten Impfdosen gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen sollen, auf Umfragen zur Impfbereitschaft, die Angaben von Ärzteverbänden zu den Kapazitäten in niedergelassenen Praxen sowie Erfahrungen mit den jährlichen Grippeschutzimpfungen. Um den Bedarf abzuschätzen, berechneten die Wissenschaftler einen „Impfpfad“, der verfolgt werden muss, um das Ziel 31. Juli zu erreichen.

RND/tmo

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