Nach Streit mit Paul-Ehrlich-Institut: Stöcker plant Impfstoffzulassung außerhalb Europas

  • Eine Zulassung für den von seiner Firma entwickelten Impfstoff in Deutschland hält Wilfried Stöcker vorerst für unwahrscheinlich.
  • Deshalb plant der Unternehmer nun, das Vakzin im Ausland anzubieten.
  • Währenddessen wird der Stoff laut Medienberichten trotzdem schon verimpft.
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Mit seinem eigens entwickelten Impfstoff plant der Unternehmer Winfried Stöcker nun eine Zulassung außerhalb von Europa. Das teilt der 74-Jährige der „Sächsischen Zeitung“ (SZ) mit. In Deutschland sei eine Zulassung des von seiner Firma entwickelten Vakzins erst einmal unwahrscheinlich. Deswegen suche er nun Abnehmer auf anderen Kontinenten, „weil unsere beste Corona-Impfung dringend gebraucht wird“, sagte der Lübecker im Gespräch mit der SZ.

Mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständig ist, liegt Stöcker im Streit. Deswegen testete er es unter anderem an sich selbst und an seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Lübeck ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetzes gegen ihn ein. Laut den „Lübecker Nachrichten“ (LN) laufen die Untersuchungen in dem Fall noch.

In Sachsen impfen bereits Ärzte mit dem Stöcker-Impfstoff

Konkret ging es um die Frage, ob es sich dabei um einen Heilversuch oder eine klinische Prüfung des Impfstoffes handelte. Stöckers Argument: Ärztinnen und Ärzte dürften ein Antigen mit einem anderen, nicht therapeutisch wirkenden Mittel mischen und legal injizieren. Zuletzt hatte die SZ berichtet, dass eine Ärztin aus Görlitz in Sachsen den Stöcker-Impfstoff bereits bei ihren Patientinnen und Patienten einsetze – und die Warteliste für das Vakzin laut Aussage der Ärztin lang ist. Auch andere Medizinerinnen und Mediziner impften dem Bericht zufolge mit dem nicht zugelassenen Präparat.

RND/jo

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