Stiko-Mitglied: Nicht-Empfehlung für gesunde Kinder ist kein Impfverbot

  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Corona-Impfung für fünf- bis elfjährige Kinder mit Risikofaktoren.
  • Stiko-Mitglied Eva Hummers verteidigt diese Empfehlung - und rät dazu, diese nicht als Impfverbot für gesunde Kinder zu betrachten.
  • Schließlich könnten auch alle anderen Kinder geimpft werden.
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Mannheim. Das Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko) Eva Hummers hat die eingeschränkte Corona-Impfempfehlung für fünf- bis elfjährige Kinder verteidigt. „Ich würde immer dazu raten, dass sich erwachsene Menschen vorrangig impfen lassen sollten, dass alles, was es im Moment an Impfkapazität und -logistik gibt, dafür eingesetzt wird. Denn die Älteren sind diejenigen, die am schwersten an Covid-19 erkranken“, sagte die Ärztin dem „Mannheimer Morgen“ (Dienstag).

Auch seien Daten aus den USA, wo bereits mehrere Millionen Kinder immunisiert wurden, nicht abschließend zu interpretieren. „Diese Kinder sind alle erst im letzten Monat geimpft worden, und wir wissen von Jugendlichen, dass seltene schwere Nebenwirkungen meist erst nach der zweiten Impfung auftreten“, so das Stiko-Mitglied. Von amerikanischen Gesundheitsbehörden seien inzwischen zudem ganz wenige Fälle von Herzmuskelentzündungen bei jüngeren Kindern berichtet worden.

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Stiko empfiehlt Impfungen für Kinder mit Risikofaktoren

Zugleich verwies die Medizinerin darauf, dass die Stiko kein Impfverbot für gesunde Kinder ausgesprochen habe. Die Nicht-Empfehlung solle nicht als Impfverbot interpretiert werden. Von politischer Seite habe es viel Druck gegeben und es seien Erwartungen geweckt worden, so dass man explizit dazugeschrieben habe, dass Eltern, die den dringenden Wunsch haben, ihre gesunden Kinder gegen Covid-19 zu impfen, dies auch tun könnten, sagte Hummers.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Impfungen für Kinder, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Es können nach individueller Entscheidung und ärztlicher Aufklärung aber auch alle Kinder geimpft werden.

RND/dpa

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