Stiftung Warentest informiert: Das gehört in jede Hausapotheke

  • Bei aufkommenden Kopfschmerzen oder einem aufgeschlagenen Knie ist eine Hausapotheke viel wert.
  • Doch was gehört hinein? Die Stiftung Warentest hat zusammengestellt, welche rezeptfreien Medikamente wirksam sind.
  • Daraus haben die Experten eine Liste zusammengestellt – die Pflichtprogramm für jeden Haushalt sein sollte.
Alice Mecke
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Hannover. Eine gut sortierte Hausapotheke daheim zu haben ist sinnvoll und nützlich. Am Wochenende oder spätabends kann ein Vorrat an Schmerztabletten oder Nasenspray sogar Gold wert sein. Auch bei einer Wunde ist es förderlich, sie so schnell wie möglich zu desinfizieren.

Laut Stiftung Warentest gehören in die Hausapotheke Mittel gegen Fieber und leichte Schmerzen, für Wunden, Durchfall, Halsschmerz und Hustenreiz. Je nach Bedarf sind diese weiteren Medikamente sinnvoll: Unter anderem gegen Übelkeit, Verstopfung, Sodbrennen, Schlafprobleme, Allergien und Juckreiz. Nicht fehlen dürfen außerdem ein Fieberthermometer, eine Pinzette, Schere und Zeckenzange.

Welche Medikamente helfen wirklich?

Doch die Auswahl in der Apotheke ist riesig. Stiftung Warentest hat deshalb die gängigsten Medikamente gegen Durchfall, Halsschmerzen und Co. in ihrer Ausgabe 12/2019 gelistet, die Wirkstoffe beinhalten, die als wirksam eingestuft wurden. Die Auswahl umfasst Medikamente, die laut Marktanalysen besonders oft verkauft werden, und solche, die nach Informationen des Arzneiverordnung-Reports besonders häufig verschrieben werden.

Darüber hinaus sind die Medikamente laut Stiftung Warentest auch diejenigen, die am besten bewertet wurden. Das bedeutet, dass ihre therapeutische Wirksamkeit ausreichend nachgewiesen ist, ihr Nutzen das Risiko übersteigt und ein hoher Erprobungsgrad vorliegt. Die Bewertung erfolgte durch Experten und anhand von veröffentlichter wissenschaftlicher Literatur und vorliegenden Studien. Die Medikamente wurden in vier Stufen bewertet, von geeignet bis wenig geeignet.

Die Ergebnisse der gesamten getesteten Medikamente und weitere Informationen zu Krankheitsbildern hat Stiftung Warentest im Ratgeber „Die Hausapotheke“ veröffentlicht.

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Hausapotheke gehört nicht in das Badezimmer

Neben den empfohlenen Medikamenten gibt Stiftung Warentest weitere Tipps zur Hausapotheke. So sei es sinnvoll, die Medikamente nicht im Badezimmer aufzubewahren – wie es bei vielen Deutschen der Fall ist. Besser eignen sich das Schlafzimmer, der Flur oder eine Abstellkammer, also kühle und dunkle Räume. Die Stiftung empfiehlt auch, Medikamente immer mit Beipackzettel in der Originalverpackung aufzubewahren – so habe man alle Informationen zur Hand.

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Wer in seiner Hausapotheke abgelaufene Medikamente entdeckt, sollte diese keinesfalls in der Toilette entsorgen. Denn dadurch können Gewässer schwer belastet werden. Arzneien sollten stattdessen über den Restmüll entsorgt werden.

Bei Schmerzen und Fieber: Ibuprofen und Co.

Leichte bis mäßige Schmerzen und Fieber werden durch die Wirkstoffe Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) gelindert. Ibuprofen und Paracetamol sind auch für Kinder unter zwölf Jahren geeignet, wenn sie altersgerecht dosiert werden. Laut Stiftung Warentest sind das die günstigsten geeigneten Medikamente mit den jeweiligen Inhaltsstoffen:

Ibuprofen: Ibutop für 2,49 Euro

Paracetamol: Paracetamol 1A Pharma für 1,06 Euro

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Acetylsalicylsäure: R ASS 500 1A Pharma für 2,92 Euro

So heilt die Wunde

Desinfektionsmittel töten Bakterien, Pilze und Viren und können damit Entzündungen vorbeugen. Laut Stiftung Warentest reicht das einmalige desinfizieren bereits aus. Mittel mit Povidon-Jod und Octenidin/Phenoxyethanol brennen laut Test nicht so stark. Sie sind aus diesem Grund auch für Kinder geeignet. Das Povidon-Jod von Braunol und die Octenisept-Lösung schnitten im Test am besten ab.

Um den Heilungsprozess einer Wunde zu unterstützen, eignen sich Cremes mit Dexpanthenol oder Zinkoxid. Hier schneiden laut Stiftung Warentest Panthenol Jenapharm mit dem Wirkstoff Dexpanthenol und die Salbe Zinkoxid LAW am besten ab.

Cremes gegen Juckreiz, Stiche, Sonnenbrand

Um entzündliche Reaktionen des Körpers bei Ekzemen und Juckreiz zu dämpfen, empfehlen Experten Cremes mit Hydrocortison. Diese sollten allerdings nicht länger als zwei Wochen genutzt und nicht großflächig aufgetragen werden. Bei Kindern unter sechs Jahren empfiehlt es sich, vorab einen Arzt zu fragen. Das günstigste und geeignetste Medikament mit dem Wirkstoff Hydrocortison ist die Creme von Hydrocutan für 5 Euro.

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Bei Sonnenbrand oder Insektenstichen reicht laut Stiftung oft Kühlen. Sie empfiehlt außerdem, vorbeugend Sonnen- und Mückenschutzmittel zu verwenden – so erspare man der Haut Stress.

Erste Hilfe bei verstopfter Nase

Bei einer verstopften Nase hat man oft nur ein Ziel: sie wieder frei zu bekommen. Dafür eigenen sich Nasensprays oder Tropfen mit Xylometazolin oder Oxymetazolin. Laut Stiftung-Warentest-Experten sind Präparate ohne Konservierungsmittel dabei besonders gut verträglich. Wichtig: Nasensprays nicht länger als fünf bis sieben Tage verwenden.

Das beste Spray für Erwachsene und Schulkinder mit dem Wirkstoff Xylometazolin ist von Sine AL für 2,99 Euro. Geeignetes und wirksames Nasenspray mit Oxymetazolin ist von Nasivin.

Pastillen bei Husten und Halsschmerzen

Trockener Reizhusten kann einem so manchen Schlaf rauben. Pastillen oder Kapseln mit dem Wirkstoff Dextromethorphan können Abhilfe schaffen. Die Hustenkiller von Ratiopharm sind empfohlene Pastillen mit diesem Wirkstoff. Sobald der Husten schleimig wird, empfiehlt es sich, das Abhusten durch Tees oder Inhalieren zu unterstützen.

Auch schmerzhafte Halsschmerzen können mit Pastillen – am besten immer zuckerfreie wählen – bekämpft werden. Denn das Wichtigste bei Halsweh ist: genug Speichel. Er sorgt für schmerzfreies Schlucken und besitzt Abwehrstoffe gegen Erkältungserreger. Das wirksamste Hilfsmittel ist dabei laut Stiftung-Warentest-Experten der Wirkstoff Emser Salz, wobei vor allem die Emser Pastillen zuckerfrei mit Mentholfrische für 4,15 Euro empfohlen werden.

Elektrolyte bei Durchfall

Besonders Kinder und Senioren sind bei Durchfall gefährdet, „auszutrocknen“. Eine Elektrolytmischung, die in Wasser aufgelöst wird, gibt verlorene Stoffe zurück. Die Elektrolytmischung von Elotrans für 6,47 Euro wird von Experten als wirksam eingestuft.

Bei schwerem, krampfartigem Durchfall ist der Wirkstoff Loperamid geeignet, da er den Darm ruhigstellt. Die günstigen Kapseln sind von Loperamid AL Akut. Die Kapseln sollten maximal zwei Tage genommen werden und bei Kindern unter zwölf Jahren sollte der Arzt vorab gefragt werden, informiert die Stiftung Warentest.

Übelkeit und Sodbrennen

Gegen Übelkeit und Erbrechen sowie Reisekrankheit hilft der Wirkstoff Diphenhydramin. Die Stiftung informiert, dass Kinder niedriger dosierte Mittel benötigen und generell die Dosierhinweise genau beachtet werden sollten. Empfohlen werden Emesan Tabletten und Emesan E Zäpfchen.

Wer unter Sodbrennen leidet, hat die Wahl zwischen vier als wirksam eingestuften Wirkstoffen: Hydrotalcit und Magaldrat, die übermäßige Magensäure binden, sowie Omeprazol und Pantoprazol, die als Säureblocker die Produktion unterdrücken.

Hier die gängigsten günstigen Empfehlungen:

Hydrotalcit: Kautabletten von Ratiopharm für 5,56 Euro

Magaldrat: Kautabletten von Ratiopharm für 5,05 Euro

Omeprazol: Kapseln von Ometem für 3,05 Euro

Pantoprazol: Kapseln von ADGC für 2,62 Euro

Das hilft bei Allergien

Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, haben spätestens ab dem Frühling rezeptfreie Allergietabletten im Haus. Experten stufen die Wirkstoffe Loratadin und Cetirizin als wirksam ein. „Beide Stoffe blockieren Bindungsstellen für den Botenstoff Histamin, der bei Allergien eine Schlüsselrolle spielt“, schreibt die Stiftung Warentest als Begründung.

Als Empfehlung werden Lora- und Cetirizin-Tabletten von ADGC genannt.

Hilfsmittel gegen Schlafprobleme

Kurzfristig können die Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin gegen Schlafstörungen helfen. Doch sie sollten nur wenige Tage, maximal zwei Wochen eingenommen werden. Auf Dauer lässt die Wirkung nach und es kann zu Nebenwirkungen wie Schwindel und Verwirrtheit kommen.

Die günstigsten geeigneten Medikamente sind Halbmond (Wirkstoff: Diphenhydramin) und Schlafsterne (Wirkstoff: Doxylamin) – jeweils in Tablettenform.

RND/Alice Mecke

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