Steigende Infektionszahlen: Müssen wir zurück in den Krisenalltag?

  • Corona hat uns in einen neuen Alltag gestoßen. Wie arrangieren wir uns damit?
  • Das Autorenteam des neuen RND-Newsletters „Die Pandemie und wir“ ordnet die Nachrichten der Woche ein, gibt Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisse und leistet Hilfestellungen für die Krisenzeit – jeden Donnerstag.
  • In dieser Ausgabe: unter anderem eine Übersicht über die inzwischen gewonnenen Erkenntnisse und Tipps, wie Sie es sich trotz Corona draußen gemütlich machen können.
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Liebe Leserinnen und Leser,

der viel beschworene Corona-Herbst ist da. Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen hat in Deutschland erstmals den Wert von 10.000 überschritten. RKI-Chef Lothar Wieler appellierte an die Gesundheitsämter, trotz Problemen durchzuhalten. Und mit Jens Spahn hat sich ausgerechnet der Gesundheitsminister mit Corona angesteckt. Allerdings ist diese Lage derzeit nur bedingt mit der im Frühjahr vergleichbar: Unter anderem fließen derzeit noch mehr milde Fälle als im Frühjahr in die Statistik ein, wie RND-Autorin Irene Habich erklärt.

Ernst ist es jedoch trotzdem. Für die Menschen in Deutschland heißt das: Die Kontakte werden wieder eingeschränkt, man kehrt zurück ins Homeoffice, Geburtstagsfeiern und Besuche bei Verwandten werden verschoben. Plötzlich muss man sich wieder Gedanken machen: Wen trifft man unter welchen Umständen noch wo? Leicht fällt diese Rückkehr zum Krisenmodus im Alltag ganz sicher nicht. Auf wiedergewonnene Routinen aus dem Sommer verzichten, das fühlt sich ähnlich seltsam an wie im Frühjahr. Aber was ist dieses Jahr schon normal?

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Heute bieten wir zum ersten Mal unseren wöchentlichen Newsletter „Die Pandemie und wir“ an. Immer donnerstags bündeln wir für Sie Wissenschaftliches, Hintergründiges und Alltägliches aus einer Woche Corona-News – damit Sie sich im Nachrichtenstrom dieser außergewöhnlichen Zeit einfacher orientieren können.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre. Bleiben Sie gesund!

Anna Schughart

Hier kostenlos abonnieren Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.
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Erkenntnis der Woche

Im Sommer hatte eine Studie aus Kiel für Aufsehen gesorgt: Sie zeigte, dass Menschen mit der Blutgruppe A ein rund 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 haben als andere Blutgruppen. Inzwischen gibt es an der Studie aber auch Kritik. Das RKI verweist darauf, dass Studien zur Blutgruppe als Risikofaktor für eine Covid-19-Erkrankung bisher keine einheitlichen Ergebnisse zeigten. RND-Autorin Laura Beigel hat sich mit dem Thema ausführlich befasst.

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Alltagswissen

Schüler sollen weiterhin in Klassenzimmern und nicht via Digitalunterricht lernen. Darauf setzt die Bundesregierung. Damit Präsenzunterricht auch im Winter klappt, hat das Robert-Koch-Institut Handlungsempfehlungen veröffentlicht. RND-Autorin Sarah Franke hat sich das Papier näher angeschaut und festgestellt: Prinzipiell basieren diese auf Altbekanntem. Gebot der Stunde bleiben Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmasken tragen und vor allem regelmäßig lüften. Wer Symptome wie Fieber, Schnupfen oder Halsschmerzen zeigt, sollte dem Unterricht auch ohne positiven Corona-Test vorsorglich für mindestens fünf Tage fernbleiben.

Zitat der Woche

Es ist doch kaum erklärbar, wenn ein Kunde eine Maske tragen muss, das Verkaufspersonal aber nicht. Wir machen da keinen Unterschied zwischen den Menschen. Denn das macht das Virus ja auch nicht.

Peter Kleine, Oberbürgermeister der Stadt Weimar in Thüringen. Weimar hat derzeit ungewöhnlich wenige Neuinfektionen.

Forschungsfortschritt

Seit Monaten beherrscht das Coronavirus unseren Alltag. Aber im Vergleich zum Frühjahr haben wir viel dazugelernt. Als Corona plötzlich auftauchte, galten beispielsweise zunächst viruskontaminierte Oberflächen als gefährlichste Überträger. Heute wissen wir, dass sich Menschen vor allem durch Atmen, Husten, Sprechen und Niesen anstecken. Auch bei den Medikamenten gab es Fortschritte, wobei sich nach den ersten Monaten Turboforschung jedoch auch abzeichnet: Ein Allheilmittel gegen Covid-19 gibt es nicht. Welche weiteren Erkenntnisse Forscher und Experten inzwischen gesammelt haben und wie sie im Kampf gegen das Coronavirus zum Einsatz kommen, haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.

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Pandemie im Ausland

In Deutschland fordern zahlreiche Politiker in der Anti-Corona-Politik mehr Macht für die Parlamente. Wie lösen andere Länder dieses Problem? Während Boris Johnson in Großbritannien mit Notstandsrechten ausgestattet ist, werden in Frankreich die lokalen Auflagen zentral in Paris beschlossen und in Italien dürfen die Regionen zentrale Vorgaben nur verschärfen, berichten unsere Korrespondenten.

Corona-Prävention in Italien: An einem Seil, in das Schlaufen geknotet wurden, werden Kinder in der Gemeinde Bellusco zur Schule geführt. Das Hilfsmittel soll den Kindern helfen, genügend Abstand voneinander zu halten und so eine mögliche Ansteckung zu verhindern. © Quelle: Luca Bruno/AP/dpa

Was kommt

Der Druck ist groß: US-Präsident Donald Trump hätte am liebsten noch vor der US-Wahl einen Corona-Impfstoff. Die Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) der USA hält am heutigen Donnerstag (ab 16 Uhr deutscher Zeit) eine ganztägige Expertenanhörung zur Entwicklung und Zulassung möglicher Corona-Impfstoffe ab. Bei der Anhörung werden vermutlich auch erste Ergebnisse aus den laufenden klinischen Tests von Impfstoffkandidaten erörtert. Der Arzneimittelhersteller Moderna erwartet derweil nach eigenen Angaben mit etwas Glück eine US-Notfallzulassung für den eigenen Corona-Impfstoff im Dezember.

Was die Pandemie leichter macht

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Zu Hause einkuscheln kann auch Freude bereiten. © Quelle: Stella Rose/Unsplash

In Corona-Zeiten geht es immer wieder um Kompromisse. Freunde und Familie können zwar getroffen werden – aber lieber draußen als in geschlossenen Räumen. Im Herbst wird das schwieriger, die Temperaturen gehen nach unten. Es gibt aber ein paar Tricks, wie Sie es sich trotz Kälte kuschlig machen können. Füße warm halten, richtige Kleidung, Heizmöglichkeiten: RND-Redakteurin Vanessa Casper hat sich das mal näher angeschaut.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Redaktionsteam: magazin@rnd.de. Wir freuen uns!

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