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Spahn: Delta-Variante kann „Erfolge in der Impfkampagne wieder infrage stellen“

  • Jeder Zweite in Deutschland ist inzwischen einmal gegen Covid-19 geimpft worden.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte, das Impftempo weiterhin hoch zu halten, um sich vor Virusvarianten zu schützen.
  • Mit Sorge beobachtet er vor allem die Delta-Variante.
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Berlin. Die Corona-Impfkampagne in Deutschland hat einen neuen Meilenstein erreicht: Jeder Zweite (50,1 Prozent) hat inzwischen eine erste Impfdosis erhalten. 29,6 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind sogar schon vollständig geimpft. Jetzt gehe es darum, das Impftempo weiter aufrechtzuerhalten, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag bei der Bundespressekonferenz in Berlin. Er ist zuversichtlich, dass in den kommenden Wochen allen Impfwilligen ein Impfangebot gemacht werden könne, „wenn nichts dazwischen kommt“.

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Delta-Variante wird wohl zum dominierenden Virustyp

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Die Impfungen seien wichtig, um sich auch vor neuen Virusvarianten zu schützen, mahnte Spahn. Besonders warnte er vor der zuerst in Indien entdeckten Delta-Variante (B.1.617.2). Die Frage sei nicht, ob diese Mutante die Alpha-Variante als vorherrschenden Virustyp in Deutschland ablöst, sondern wann und unter welchen Bedingungen. Delta habe das Potenzial, „Erfolge in der Impfkampagne wieder infrage zu stellen“, so Spahn.

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Spahn und Wieler: Wie gehen wir mit der Delta-Variante um?
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Die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus nimmt auch in Deutschland zu. RKI-CHef Wieler und Gesundheitsminister Spahn äußern sich am Freitag dazu.  © Reuters
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Bisher macht die Delta-Variante rund sechs Prozent aller positiven Sars-CoV-2-Proben aus. Sie spiele bisher also noch „keine große Rolle“ in Deutschland, sagte Lothar Wieler. Aber ihr Anteil sei in den kommenden Wochen gestiegen. „Wir müssen die Entwicklungen deshalb genau beobachten“, machte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) deutlich.

Wieler: AHA+L-Regeln weiterhin einhalten

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Der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens und die Verbreitung der Delta-Variante hängen jetzt von der Impfquote und dem Umgang mit den Corona-Maßnahmen ab. „Lassen Sie uns die Erfolge nicht leicht verspielen, lassen Sie uns die wiedergewonnene Freiheit erhalten“, appellierte Wieler. Er empfahl, die AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken und Lüften) solange beizubehalten, „bis alle, für die ein Impfstoff zugelassen und eine Impfung empfohlen ist, die Gelegenheit hatten, sich vollständig impfen zu lassen“. Also mindestens bis zum Herbst, danach müsse die Situation neu bewertet werden. „Wir dürfen dem Virus keine Chance geben, sich wieder zu verbreiten“, sagte der RKI-Chef.

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Digitaler Nachweis für Corona-Impfung ab sofort in Apotheken
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Seit Montag können Apotheken Impfnachweise digitalisieren. Von dort aus können vollständig Geimpfte ihre Impfung europaweit mit ihrem Smartphone nachweisen.  © Reuters

Er sprach sich zudem gegen eine vollständige Aufhebung der Maskenpflicht aus. Im Freien könne zwar auf den Mundschutz verzichtet werden, sofern ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, in Innenräumen sei er aber unverzichtbar. Vor allem im öffentlichen Personennahverkehr, am Arbeitsplatz und zum Teil auch in den Schulen sollten seiner Ansicht nach weiterhin Masken getragen werden. „Je mehr Menschen in solchen Situationen eine Maske tragen, desto besser sind alle geschützt. Dann wird der solidarische Fremdschutz auch zu einem Eigenschutz“, so Wieler.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte weiterhin zur Vorsicht. Eine der Lehren der vergangenen Monate müsse sein, dass man nicht warten dürfe: „Nicht erst eingreifen bei 50“, warnte er, „sondern möglichst früh!“ Dieses Wissen gilt es vor allem im Herbst zu berücksichtigen, wenn die Fallzahlen nach Einschätzung von Wieler wieder steigen werden. Spätestens dann dürfte die Delta-Variante in Deutschland überhand nehmen. Der RKI-Chef appellierte, die Fallzahlen im Sommer deshalb so gering wie möglich zu halten: „Wir haben wirklich schöne Erfolge erzielt, aber das Virus ist immer noch aktiv. Geben wir diesem Virus bitte keine Chance.“

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