Sorge vor Virusvarianten: Corona-Leitlinie für Schulen bleibt bestehen

  • Auch nach den Sommerferien sollen Masken, Lüften und regelmäßiges Testen weiter zum Schulalltag gehören.
  • Die Corona-Leitlinie gelte trotz gesunkener Inzidenzen, hieß es vonseiten mehrerer Fachgesellschaften.
  • Erneute Schulschließungen sollen vermieden werden.
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Berlin/Kopenhagen. Mehrere Fachgesellschaften haben klargestellt, dass ihre gemeinsamen Empfehlungen zum Infektionsschutz an Schulen auch nach den Sommerferien gültig bleiben. Die Leitlinie, die im Februar verabschiedet wurde, sei weiterhin relevant. „Ziel der Leitlinie ist es, einen sicheren Schulbetrieb während der Pandemie zu ermöglichen und Schulen möglichst offen zu halten“, teilten die beteiligten Gesellschaften am Freitag mit, darunter die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie und die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Die Maßnahmen seien mit Blick auf den Herbst und den Anstieg von leichter übertragbaren Varianten wie Delta auch bei niedrigen Infektionszahlen wichtig. Abhängig vom Infektionsgeschehen empfiehlt die Leitlinie etwa das Tragen von Masken, einen regelmäßigen Luftaustausch in Klassenräumen und Wechselunterricht. Wie dies konkret ausgestaltet werde, müsse an regionalen beziehungsweise lokalen Bedingungen ausgerichtet werden, heißt es. Für den Herbst soll es ergänzende Empfehlungen zu Teststrategien geben.

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Schulschließungen nur bei größeren Ausbrüchen

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Leitlinien für Schulen waren auch Thema einer Konferenz von Unicef, Unesco und des Europabüros der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei empfahl eine Expertengruppe, Schulen möglichst lange offen zu halten. Schulschließungen sollten nur als letztes Mittel in Betracht kommen, wenn große Ausbrüche aufträten oder Infektionen in einer Region nicht durch andere Maßnahmen kontrolliert werden könnten. „Die Sommermonate bieten den Regierungen die Gelegenheit, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, die Infektionsraten niedrig zu halten und Schulschließungen zu vermeiden“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge.

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Untersuchungen der Unesco haben ergeben, dass im April 2020, als die Pandemie ihren Höhepunkt erreichte, in 44 von 53 Ländern der Europäischen Region die Schulen geschlossen waren. „Schulschließungen haben gravierende Auswirkungen auf Bildung, Entwicklung und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen“, heißt es in einer Mitteilung der WHO Europa. Zum einen werde ihnen sozialer Austausch vorenthalten, der das psychische Wohlbefinden fördere, zum anderen führten Schulschließungen zu Fernunterricht, der nicht die gleichen Bildungsergebnisse biete.

Sozial benachteiligte Kinder leiden besonders unter Schulschließungen

Besonders gelitten hätten darunter sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, die Unterstützung beim Lernen brauchten. Obwohl viele Länder recht schnell auf Fernunterricht umgestellt hatten, schätzt Unicef, dass ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Europa und Asien nicht erreicht wurden.

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Das Expertenteam empfiehlt den Ländern eine Reihe von Maßnahmen, mit denen Schulschließungen verhindert werden könnten. Dazu zählen regelmäßiges Testen, Impfstrategien, die Einbeziehung der Kinder in alle Entscheidungen und ein stetes Überprüfen der Wirksamkeit der verschiedenen Maßnahmen. „Ich hoffe dass unsere Mitgliedsländer die Empfehlungen nutzen und im Sommer mit den Vorbereitungen beginnen, damit das kommende Schuljahr für unsere Kinder und Jugendlichen ein besseres wird“, so Kluge.

RND/dpa

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