Bundesamt rät ab: Kein Sonnenbad als Corona-Therapie

  • Sonnenbäder sind nach Expertenangaben nicht zur Selbsttherapie von Covid-19 oder zur Vorbeugung gegen eine Infektion geeignet.
  • Denn die UV-Strahlung kann die Immunabwehr schwächen.
  • Außerdem steigt das Risiko für Hautkrebs.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Sonnenbäder sind nach Expertenangaben nicht zur Selbsttherapie von Covid-19 oder zur Vorbeugung gegen eine Infektion geeignet. “UV-Strahlung kann unter anderem dazu führen, dass die körpereigene Immunabwehr unterdrückt wird”, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) am Freitag. “Wer krank ist, sollte sich darum nicht der prallen Sonne aussetzen - egal bei welcher Erkrankung.”

US-Präsident Donald Trump hatte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Donnerstagabend Ideen für mögliche Therapieansätze gegen das Coronavirus verkündet. Unter anderem sinnierte er über Optionen, starkes Licht durch die Haut oder auf andere Weise "in den Körper" zu bringen, um Corona-Infektionen zu behandeln. Er riet Menschen dazu, die Sonne zu genießen. "Und wenn das eine Wirkung hat, ist das toll."

Hautkrebs-Risiko steigt durch UV-Strahlung

Anzeige

Neben den oben genannten negativen Folgen erhöhten ausgiebige Sonnenbäder auch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, sagte die BfS-Sprecherin. “Auch aus diesem Grund rät das BfS von längeren ungeschützten Aufenthalten in der Sonne ab.”

Präsident Trump ist nicht der erste, der Licht als Behandlung in Erwägung zieht. In letzter Zeit machten vermehrt Meldungen über einen möglichen Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und der Eindämmung des Coronavirus die Runde. "Wer denkt, Sonnenstrahlen würden den Virus in uns abtöten und damit Covid-19 heilen, irrt", teilte das BfS schon vor einigen Tagen mit. "Es geht in diesen Meldungen allein um die Keimfreiheit von Oberflächen oder Sachen, es geht nicht um eine Abtötung des Virus auf oder in Lebewesen." Werde im Zusammenhang mit dem Virus von UV-Strahlung geredet, seien UV-C-Strahlungen gemeint.

Schaden für den Menschen

Anzeige

Dass UV-C-Strahlung Viren und Bakterien abtötet, ist bereits bekannt. UV-C-Lampen werden standardmäßig zur Entkeimungen eingesetzt - zum Beispiel in Entkeimungsanlagen für Teiche oder an steril zu haltenden Arbeitsplätzen von Laboren. UV-C-Strahlung ist wie UV-A- und UV-B-Strahlung aber schädlich für den Menschen, sagen die Experten des BfS.

“Keinesfalls sollte man in UV-C-Lampen hineinsehen, darunter stehen oder auch nur Körperteile darunter halten”, hieß es dazu in der Mitteilung. Die Strahlung könnte das Erbgut schädigen und ist krebserregend für den Menschen. “Und das schon bei niedrigeren Intensitäten als den für eine Entkeimung notwendigen.”

RND/dpa

Coronavirus: Immer informiert
Abonnieren Sie Updates für das Thema "Coronavirus" und wir benachrichtigen Sie bei neuen Entwicklungen
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen