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Sonderweg in der Kritik: Schweden lässt Krisenmanagement prüfen

  • Schweden ist während der Coronavirus-Pandemie bislang einen Sonderweg gegangen.
  • Nun will die Regierung eine Überprüfung des Krisenmanagements vornehmen.
  • Deutschland hat derweil eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen.
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Schweden stand wegen seines Sonderwegs während der Corona-Krise seit Beginn der Pandemie immer wieder in der Kritik. Nun kündigt das skandinavische Land eine Überprüfung seines Krisenmanagements durch die staatlich finanzierte Schwedische Agentur für Verteidigungsforschung (FOI) an. Darüber hatte unter anderem die “Zeit” berichtet.

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Schweden

Während sich andere Länder immer weiter abschotteten und Einschränkungen für die Bevölkerung verhängten, zeigte sich Schweden vergleichsweise offen. Die Schulen und Geschäfte blieben weitestgehend geöffnet, Abstandsregeln und Masken waren lediglich Empfehlungen – die Regierung setzte auf das Verantwortungsbewusstsein der schwedischen Bevölkerung.

Die FOI hat bereits einen Bericht vorgelegt, in dem eine mangelnde Vorbereitung Schwedens auf die Coronavirus-Krise beklagt wurde. Im Zuge der Pandemie stiegen die Infektions- und Todeszahlen in Schweden stark an. Laut Johns-Hopkins-Universität haben sich dort inzwischen mehr als 70.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, fast 5500 sind gestorben. Gemessen an der Zahl der Gesamtbevölkerung sind das hohe Werte – im Gegensatz zum Epidemieverlauf in anderen europäischen Ländern.

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Der Beginn des verheerenden Coronavirus war vermutlich ein Tiermarkt in Wuhan/China. In nur wenigen Wochen erreichte das Virus auch Europa.  © RND
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Deutschland hat eine Reisewarnung vor Urlaubsreisen nach Schweden ausgesprochen. “Vor nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen nach Schweden wird weiterhin gewarnt, da Schweden die Neuinfiziertenzahl von weniger als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen überschreitet”, heißt es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. Regionale Schwerpunkte liegen derzeit im Großraum Stockholm mit den angrenzenden Regionen sowie in den Regionen Västra Götaland, Jönköping und Norrbotten.

WHO stuft Schweden als Risikoland ein

Zuletzt hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Schweden zusammen mit anderen europäischen Ländern als Risikoland eingestuft. Der schwedische Epidemiologe Anders Tegnell hatte diese Entscheidung daraufhin stark kritisiert und die steigenden Zahlen auf die erhöhte Anzahl an Tests zurückgeführt. Schweden als Risikoland einzuordnen sei auf eine Fehldeutung der Daten zurückzuführen.

Die WHO Europa lenkte später ein. Auf Twitter wies sie am Abend darauf hin, dass es in Schweden mehrere positive Trends gebe. Die Zahl schwerwiegender Corona-Fälle gehe ebenso zurück wie diejenige der Todesfälle. Während wegen zunehmender Tests die Fallzahlen angestiegen seien, sei der Anteil positiver Tests stabil geblieben. Dies rechtfertige die Bemühungen der schwedischen Behörden.

RND/tmo

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