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Vakzine gegen das Coronavirus

Sind die USA beim Impfen weiter? Warum Europa noch gegen BA.1 boostert

Impfflaschen von Moderna und Biontech (Symbolbild)

Impfflaschen von Moderna und Biontech (Symbolbild)

Washington. In den USA hat die Gesundheitsbehörde CDC zwei an die Omikron-Variante des Coronavirus angepasste Impfstoffe empfohlen. Das Besondere: Die Mittel der Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna wirken als Schutz gegen die Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5. Der am Freitag von der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfohlene Wirkstoff soll hingegen nur gegen die Sublinie BA.1 Schutz bieten – boostert Europa mit einem veralteten Vakzin?

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In den USA haben zwei an die Omikron-Variante angepasste Corona-Impfstoffe kurz nach der Notfallzulassung am Mittwoch auch die Empfehlung der Gesundheitsbehörde CDC erhalten. Die beiden Vakzine können dort nun direkt ausgeliefert und verabreicht werden. In den Staaten gilt die Zulassung für den angepassten Impfstoff von Biontech/Pfizer schon ab einem Alter von zwölf Jahren, bei Modernas Produkt ab 18 Jahren. Die CDC ging selbst davon aus, in den kommenden Wochen auch eine Empfehlung für weitere Gruppen im Kindesalter auszusprechen.

Zulassung nicht absehbar

Bei den in den USA erhältlichen Präparaten handelt es sich um sogenannte bivalente mRNA-Impfstoffe. Sie sind sowohl auf den ursprünglichen Virustyp als auch auf die Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 angepasst. Damit unterscheiden sie sich von den Omikron-Impfstoffen, die in Kürze in Deutschland gespritzt werden sollen. Das Mittel ist ebenfalls ein bivalenter mRNA-Impfstoff. Es ist aber auf den Corona-Subtyp BA.1 angepasst, der in Deutschland kaum noch eine Rolle spielt. Expertinnen und Experten gehen aber davon aus, dass die BA.1-Vakzine auch bei Infektionen mit dem in Deutschland derzeit dominierenden Subtyp BA.5 wirken.

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In Europa ist eine Zulassung des BA.4/BA.5-Impfstoffes aktuell nicht absehbar. Erst in der vergangenen Woche hatten Biontech und Pfizer ihren EMA-Zulassungsantrag für die auf BA.4 und BA.5 angepassten Corona-Impfstoff vervollständigt. Die Behörde teilte daraufhin mit, man prüfe hierzu im sogenannten Rolling-Review-Verfahren – noch warte man auf weitere Daten. Ende August zeigte sich Biontech-Chef Ugur Sahin gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ optimistisch: „Dann kann es auch hier schnell gehen.“

„Quantensprung im Kampf gegen die Pandemie“?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nannte die Empfehlung der Europäische Arzneimittel-Agentur unterdessen Ende der Woche einen „Quantensprung im Kampf gegen die Pandemie“. Er kündigte Impfungen mit dem neuen Mittel ab kommender Woche an. „Jetzt ist der optimale Zeitpunkt, Impflücken für den Herbst zu schließen.“ Empfohlen ist die Impfung für Menschen über 60, Risikogruppen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen ohne Booster.

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Der Amtsärzte-Verbandschef Johannes Nießen riet, wer sich jetzt eine vierte Impfung holen wolle, solle nicht zögern und auf weitere Impfstoffe warten. „Er macht nichts falsch, wenn er den BA.1-Impfstoff nutzt“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienste (BVÖGD). Derzeit könne man noch nicht sagen, welcher der beiden Impfstofftypen im Herbst und Winter besser schützen werde, weil dafür noch Daten fehlten.

RND/ag/dpa/AP

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