Das Geschäft mit der Angst: Sind Corona-Versicherungen sinnvoll?

  • Versicherungen werben gezielt mit einem Schutz vor Impfschäden.
  • Die Verbraucherzentralen sehen solche Absicherungen zunehmend kritisch.
  • Doch welche Maßnahmen greifen, wenn ein Impfschaden aufgrund einer Corona-Impfung eintritt?
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Die Deutschen gelten als vorsichtig und überversichert. Dabei muss man unterscheiden, ob eine Versicherung sinnvoll ist oder nicht. Das Spektrum reicht von einer existenziellen Privathaftpflichtversicherung bis hin zu einer Hochzeitsrücktrittsversicherung. Für eine materielle Absicherung im Falle des Todes hilft vor allem bei jungen Familien eine Risikolebensversicherung.

Etwas makaber wirkt da schon die Krebsversicherung: „Bei Krebs droht Geldnot“, heißt es etwa in entsprechenden Anzeigen. Der Verbraucherschutz hat bereits bei diesem Versicherungsmodell vor „reiner Geldmacherei“ gewarnt, da in vielen Fällen die Versicherung nicht zahlen würde. Ähnlich einzuordnen sind Unfallversicherungen, die mittlerweile von privaten Versicherungsunternehmen angeboten werden und vor Folgen von möglichen Impfschäden bei Corona-Impfungen absichern sollen.

Die Verbraucherzentrale hält solche Versicherungstarife für „in der Regel nicht ratsam“, da hier ebenso wie bei der Krebsversicherung mit den „Ängsten der Menschen“ gespielt werde, in diesem Fall der Angst vor einer Corona-Impfung.

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Verbraucherzentrale: Versicherungen spielen mit den Ängsten der Menschen

Wenig hilfreich in diesem Zusammenhang sind die bekannten Fälle von Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung, die für noch mehr Unsicherheit sorgen und bereits zu Debatten über die Sicherheit der Corona-Impfstoffe geführt haben.

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Grundsätzlich greifen mehrere Absicherungen, wenn Schäden infolge einer Impfung auftreten. An erster Stelle steht die Krankenkasse, egal ob privat oder gesetzlich, und zahlt mögliche Behandlungskosten. Beschäftigte, die aufgrund eines Impfschadens nicht mehr arbeiten können, erhalten von der gesetzlichen Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente.

Außerdem: Die Corona-Impfung gilt als eine empfohlene Impfung zum Schutz der Allgemeinheit. Geschädigte können deshalb nach dem Bundesversorgungsgesetz Ansprüche gegen die Bundesrepublik geltend machen. Dies ist im Infektionsschutzgesetz ausdrücklich geregelt.

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Wer zusätzlich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, wird ebenfalls finanziell unterstützt. Eine spezielle Unfallversicherung, die gezielt Impfschäden bei einer Corona-Impfung absichert, greift nur bei entsprechendem Nachweis zwischen der Impfung und nachfolgenden Komplikationen. Das Problem: Eine dauerhafte Schädigung durch eine Corona-Impfung ist nur schwer nachzuweisen.

Eine Krankheit könnte ebenso verantwortlich sein. Ratsam sind deshalb Versicherungen, die möglichst viele Fälle abdecken. Eine Impfschadenversicherung gehört nicht dazu.

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