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Dithmarschen in Schleswig-Holstein: plötzlich Corona-Hotspot

Der Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein ist ländlich geprägt. Aktuell steigen dort die Corona-Zahlen deutlich an.

Kurz vor Silvester hatte Landrat Stefan Mohrdieck keine gute Nachrichten für seine Mitbürger und Mitbürgerinnen: Im Kreis Dithmarschen waren wieder zahlreiche neue Corona-Infektionen gemeldet worden, die Sieben-Tage-Inzidenz war weiter gestiegen. Der Kreis musste Konsequenzen ziehen: Veranstaltungen mit mehr als 100 zeitgleichen Teilnehmern und Teilnehmerinnen wurden unzulässig, Veranstaltungen mit mehr als zehn Teilnehmenden müssen angemeldet werden.

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Zudem bat der Kreis im Nordwesten Schleswig-Holsteins Polizei und Ordnungsämter, in der Silvesternacht verstärkt zu kontrollieren. „Gleichzeitig appelliere ich an alle Dithmarscherinnen und Dithmarscher, die Silvesternacht im kleinsten Kreis zu Hause zu verbringen und keine Veranstaltungen zu besuchen sowie größeren Menschenansammlungen fern zu bleiben“, sagte Mohrdieck.

Dabei war Dithmarschen lange von größeren Corona-Ausbrüchen verschont geblieben. Noch am 3. Dezember sei Dithmarschen zusammen mit dem Stadtkreis Wilhelmshaven der einzige Kreis in Schleswig-Holstein mit einer Inzidenz unter 100 gewesen, teilte der Kreis mit. „Die Situation veränderte sich über die Weihnachtsfeiertage drastisch.“

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Trotz hoher Infektionszahlen verkürzt der westliche Nachbar die Isolationszeit für vollständig geimpfte Personen.

Veranstaltung mit rund 900 Menschen

Inzwischen ist Dithmarschen ein regelrechter Corona-Hotspot. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 514,8 (Stand: 1. Januar), die achthöchste in ganz Deutschland. Die Zahl der Neuinfektionen des Kreises, in dem rund 133.000 Menschen leben, liegt bei 174. Für die Behörden und das Gesundheitsamt ist das eine Herausforderung: „Aktuell erreichen uns mehr als 600 Anrufe täglich“, sagte die leitende Kreisverwaltungsdirektorin für Familie, Soziales, Gesundheit am Donnerstag. In Dithmarschen befinden sich derzeit 470 Kontaktpersonen in Quarantäne (Stand 31. Dezember).

Zu der aktuellen Situation in Dithmarschen könnte unter anderem eine Veranstaltung Mitte Dezember beigetragen haben. In Dithmarschen gab es nach Angaben des Kreises bei einer Tanzveranstaltung in Meldorf am 18. Dezember mehrere Infektionen. Nach einem Bericht des NDR feierten rund 900 Menschen.

Das Einlass- und Hygienekonzept sei lückenlos dokumentiert, zitierte der Sender den Veranstalter. Eine Kreissprecherin sagte dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag SHZ, die Veranstalter hätten mittlerweile Fehler eingestanden.

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Dithmarschen ist in Schleswig-Holstein jedoch kein Einzelfall: Nach Weihnachtspartys in Diskotheken mit zahlreichen Corona-Infektionen mussten mehrere Tausend Besucher in Quarantäne. Die Partys beschleunigten auch die Verbreitung der Corona-Variante Omikron in dem Bundesland. In fast allen Kreisen und kreisfreien Städten des Bundeslandes steigen laut Angaben der Landesmeldestelle derzeit die Corona-Zahlen (Stand 31.Dezember). Auch in Dithmarschen gehen zahlreiche Infektionen auf die Omikron-Variante zurück.

Schleswig-Holstein will epidemische Lage feststellen

Die Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein, Monika Heinold (Grüne), schloss sich daher am Freitag der Forderung von Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) an, die epidemische Lage festzustellen. „Angesichts der Ausbreitung des Virus brauchen wir als Land mehr Möglichkeiten, um angemessen reagieren zu können“, sagte die Politikerin in Kiel. Es sei falsch gewesen, dass der Bund die epidemische Lage in Deutschland für beendet erklärt habe.

Garg hatte seine Forderung für Schleswig-Holstein am Donnerstag damit begründet, dass die jüngsten Ereignisse im Land gerade im Zusammenhang mit Feiern zeigten, dass von einer erhöhten Dynamik auszugehen und damit auch eine deutlich schnellere Ausbreitung des Virus zu befürchten sei. Mit zusätzlichen Maßnahmen könne dem entgegengewirkt werden.

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RND/asu/dpa

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