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„Schwimmende Kliniken“ sollen indigene Gemeinden in der Corona-Krise versorgen

  • Mithilfe von kleinen Booten sollen indigene Gemeinden in Brasilien medizinisch versorgt werden.
  • Die „schwimmenden Kliniken“ ermöglichen Corona-Tests und die Behandlung bereits infizierter Menschen.
  • Die Behandlung sicherzustellen, ohne das Virus weiterzutragen, nennt „Ärzte ohne Grenzen“ eine Gratwanderung.
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Berlin. „Ärzte ohne Grenzen“ setzt in Brasilien „schwimmende Kliniken“ ein, um indigene Gemeinden in der Corona-Pandemie medizinisch zu versorgen. Die Boote ermöglichten eine Basisgesundheitsversorgung entlang der Flüsse und seien für den Infektionsschutz umgerüstet worden, teilte die Hilfsorganisation am Mittwoch in Berlin mit: „Unser Einsatz ist eine Gratwanderung.“ Die Behandlung von Infizierten müsse sichergestellt werden, ohne dass das Coronavirus weiter in die Gemeinden im Amazonasgebiet getragen werde.

Mit kleineren Booten könnten Teams Hausbesuche machen, um Patienten zu versorgen, Corona-Tests vorzunehmen und Infektionsketten zu verfolgen. Brasilien mit fast fünf Millionen Corona-Fällen (Stand Mittwoch) ist nach den USA und Indien das Land mit den höchsten Infektionszahlen weltweit. Fast 150.000 Menschen sind in Brasilien nach einer Corona-Infektion gestorben. Pro Tag werden etwa 14.000 neue Infektionen gemeldet.

Gesundheitsversorgung in indigenen Gemeinden ohnehin unzureichend

Das Virus habe sich zunächst unbemerkt in den indigenen Gemeinden verbreitet, erklärte "Ärzte ohne Grenzen". Im Amazonasgebiet und im Bundesstaat Mato Grosso do Sul warteten die indianischen Gemeinden seit Jahrzehnten auf eine ausreichende Gesundheitsversorgung. Die Menschen seien deshalb besonders anfällig dafür, dass eine Corona-Infektion einen schweren Verlauf nehme. Viele litten zudem an chronischen Krankheiten wie Diabetes oder hohem Blutdruck, was ihre Situation erschwere.

RND/epd

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