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Helfen die Impfstoffe auch gegen die neueste Mutation? Die Chancen stehen gar nicht so schlecht

Die Aufnahme von Forschern des TU Wien-Spin-off Nanographics zeigt Coronaviren. Gezeigt ist nicht die spezielle Struktur der südafrikanischen Variante, sondern eine durch neue Techniken entstandene 3-D-Abbildung von Sars-CoV-2-Viren aus schockgefrorenen Proben. Deutlich zu erkennen ist das rosa gefärbte sogenannte Spike-Protein an der Oberfläche, mit dem sich das Virus an die Körperzellen anheftet und schließlich in sie eindringt. Die Coronavirus-Variante 501Y.V2 – auch als B.1.351 bekannt – zeichnet sich unter anderem durch mehrere Mutationen aus, die das Spike-Protein des Virus verändern.

Die Aufnahme von Forschern des TU Wien-Spin-off Nanographics zeigt Coronaviren. Gezeigt ist nicht die spezielle Struktur der südafrikanischen Variante, sondern eine durch neue Techniken entstandene 3-D-Abbildung von Sars-CoV-2-Viren aus schockgefrorenen Proben. Deutlich zu erkennen ist das rosa gefärbte sogenannte Spike-Protein an der Oberfläche, mit dem sich das Virus an die Körperzellen anheftet und schließlich in sie eindringt. Die Coronavirus-Variante 501Y.V2 – auch als B.1.351 bekannt – zeichnet sich unter anderem durch mehrere Mutationen aus, die das Spike-Protein des Virus verändern.

Bei der neuen britischen Linie des Coronavirus B.1.1.7 wurde eine Mutation entdeckt, die zuvor nur bei den neuen Varianten aus Südafrika und Brasilien aufgetreten war. Britische Wissenschaftler des Imperial College London warnten davor, diese könnte den Impfschutz herabsetzen. Studien der Impfstoffhersteller zufolge wird dieser aber wohl nicht aufgehoben.

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Bei der Mutation handelt sich um eine Veränderung am Spike-Protein mit der Bezeichnung E484K. Sie scheint es Antikörpern schwerer zu machen, an das Virus zu anzubinden und es zu neutralisieren. Unwirksam dürften die verfügbaren Impfstoffe aber trotzdem nicht werden: So hatten die Hersteller bereits sowohl ihre Wirksamkeit gegen die neue britische Variante als auch gegen die südafrikanische Linie mit der Mutation E484K untersucht.

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Gute Wirkung gegen britische Variante

Biontech/Pfizer hatten dazu schon Anfang Januar erste Laborergebnisse veröffentlicht. Wissenschaftler hatten im Labor das Blutserum von 20 Geimpften mit künstlich erzeugten Virenvarianten in Kontakt gebracht. Es zeigte sich, dass auch Viren, die die wichtigste Mutation der britischen Linie aufwiesen, eine gute Immunreaktion auslösten: Es wurden genau so viele Antikörper gebildet wie gegen die Ursprungsvariante des Virus.

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Ende Januar hatten Biontech/Pfizer dann weitere Studienergebnisse vorgelegt. Darin wurde auch die Wirkung gegen Virenvarianten getestet, die drei wichtige Mutationen der südafrikanischen Linie enthielten, darunter E484K. Die auf diese Weise veränderten Viren konnten zwar im Serum Geimpfter etwas weniger gut neutralisiert werden als das unveränderte Coronavirus. In sechs Fällen gelang dies nur halb so gut wie bei der Urtypvariante. Der Unterschied war laut Biontech/Pfizer aber dennoch nicht groß genug, um die Wirksamkeit der Impfung deutlich herabzusetzen.

Impfschutz wurde nicht aufgehoben

Entsprechende Versuche hatte auch Moderna im Labor durchgeführt. Im Serum von Personen, die den Moderna-Impfstoff mRNA-1273 erhalten hatten, wurden Viren mit Mutationen der britischen Linie auch hierbei gut neutralisiert. Bei künstlich erzeugten Viren, die die Mutationen der südafrikanischen Linie nachahmten (darunter E484K) gelang dies weniger gut.

Wiesen die Viren wie in den Biontech/Pfizer-Versuchen nur drei der typischen Mutationen auf, dann war die Reaktion auf das Virus um ein Zwei- bis Dreifaches geringer. Enthielt sie alle Mutationen der Linie, war die Wirkung um das Sechsfache reduziert. Aber auch hierbei gingen die Studienautoren davon aus, dass immer noch eine deutliche Immunreaktion durch die Impfung ausgelöst würde. Laut Moderna soll diese ausreichen, um einen Impfschutz auch gegen die neuen Varianten zu erreichen.

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Impfungen sollen trotzdem angepasst werden

Sowohl bei der Impfung von Moderna als auch bei der Impfung von Biontech/Pfizer ist also eine gute Wirksamkeit gegen die britische Linie zu erwarten. Für die südafrikanische Variante gilt, dass der Impfschutz selbst dann nicht aufgehoben wurde, wenn mehrere von deren Mutationen gleichzeitig vorhanden waren.

Auch wenn nun also die britische Viruslinie zusätzlich eine einzelne Mutation der südafrikanischen Variante aufweist, ist weiterhin von einem Impfschutz auszugehen. Noch ist zudem nicht gesagt, dass sich die E484K-Mutation bei der B.1.1.7 -Linie durchsetzen wird. Einem Bericht der britischen Gesundheitsbehörde zufolge wurde diese erst in elf von rund 215.000 untersuchten Proben nachgewiesen.

Dass weiterhin Mutationen des Virus auftreten, von denen einzelne die Wirkung von Impfungen zwar nicht aufheben, aber nach und nach herabsetzen könnten, ist durchaus möglich. Wie bei der Grippeimpfung müssten diese dann regelmäßig angepasst werden. Moderna kündigte bereits an, seinen Impfstoff besser auf die neuen Varianten zuschneiden zu wollen. Auch Astrazeneca plant offenbar, seine Vakzine entsprechend zu optimieren. Studien zur Wirkung gegen die neuen Mutationen hatte der Konzern im Gegensatz zu Biontech/Pfizer und Moderna noch nicht vorgelegt.

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