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Spahn rechnet mit schnellem Impfstart zwei bis vier Tage nach der Zulassung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Der Shutdown war geboten.“

Berlin.Ab morgen gilt in Deutschland ein erneuter, bundesweiter Lockdown. Der Grund: Die Corona-Maßnahmen der vergangenen Wochen haben sich auf die Infektions- und Todeszahlen nicht so ausgewirkt, wie erhofft. Alleine am Dienstag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 14.432 Corona-Neuinfektionen und 500 Todesfälle – mehr als noch in der Vorwoche.

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„Der Shutdown war geboten“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der Bundes­presse­konferenz am Dienstag – fügte aber hinzu: „Auch eine Vollbremsung wird eine lange Bremsspur haben.“ Hoffnung auf Besserung würden vor allem Impfstoffe gegen das Coronavirus bieten. „Ziel ist es, eine Zulassung noch vor Weihnachten zu erreichen“, so Spahn.

Eine Notfallzulassung schloss er dabei aus, eine „ordentliche Zulassung“ solle es sein, um das Vertrauen der Bürger zu gewinnen und zu erhalten. Damit reagierte der Bundesgesundheitsminister auch auf die Forderung des Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. Dieser sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Europa sollte auch versuchen, schon vorher eine Notfallzulassung zu schaffen. Dann könnten wir noch vor Weihnachten mit mobilen Teams in die Pflegeheime gehen und die Bewohner impfen.“

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Kommt eine Impfstoffzulassung schon am 23. Dezember?

Medienberichten zufolge will die Europäische Arzneimittelagentur (Ema) den Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer schon am 23.12. zulassen. Offiziell bestätigen wollte Spahn dieses Datum nicht. „Das ist eine gute Nachricht für die Europäische Union“, entgegnete er lediglich.

Die erste Impfung in den USA: „Anfang vom Ende einer sehr schmerzhaften Zeit“

In New York erhielt eine Krankenschwester die landesweit erste Dosis. Vor allem Pflegepersonal und ältere Menschen sollen unter den ersten Empfängern sein.

Inzwischen hat sich auch die Ema geäußert. Sie verkündete am Dienstag Nachmittag, am 21. Dezember über die Zulassung entscheiden zu wollen. Der Zeitrahmen werde im Zuge des Prüfverfahrens laufend angepasst.

Je früher ein Corona-Impfstoff zur Verfügung stehe, desto mehr Todesfälle könnten verhindert werden, so der Bundesgesundheitsminister. Er rechnet zudem mit einem schnellen Impfstart, die Bundesländer seien vorbereitet. Schon zwei bis vier Tage nach der Zulassung könne mit den Impfungen begonnen werden.

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Spahn: Zulassung des Impfstoffs noch vor Weihnachten, Impfbeginn ab Jahreswechsel

Wichtig sei weiter die europäische Zusammenarbeit, so der Bundesgesundheitsminister. Auch RKI-Chef Wieler äußerte sich am Dienstag zur Coronalage in Deutschland

Impfempfehlung ist in den letzten Zügen

Neben Biontech und Pfizer hat auch der US-Pharmakonzern Moderna bei der Ema einen Zulassungsantrag für seinen Corona-mRNA-Impfstoff gestellt. Spätestens am 29. Dezember wird mit einem Gutachten der Behörde für ein erstes Vakzin gerechnet.

Fest steht schon jetzt, dass erst einmal nicht genügend Impfstoffdosen für alle Bürger zur Verfügung stehen werden. Es ist also eine Priorisierung notwendig, um die vorhandenen Dosen gerecht zu verteilen. „Noch steht die endgültige Impfempfehlung aus“, sagte Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. „Sie ist in den letzten Zügen.“

RKI-Chef: „Die Neuinfektionen müssen jetzt deutlich sinken“

Impfungen sind wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus langfristig einzudämmen. Zurzeit sei die Lage in Deutschland „so ernst wie noch nie“, betonte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Fallzahlen seien nicht nur zu hoch, sie würden auch noch steigen. „Das Virus ist in der gesamten Bevölkerung verbreitet“, sagte er. Vor allem Menschen über 80 Jahren seien inzwischen wieder vermehrt betroffen. Diese haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19.

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„Die Neuinfektionen müssen jetzt deutlich sinken“, machte Wieler deutlich. Er appellierte an die Bürger, Kontakte weitmöglichst zu reduzieren und sich an die Abstands- und Hygieneregeln zu halten.

Corona-Krise belastet Krankenhauspersonal

Auf die Kontaktreduktion wies auch Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, hin. Sie berichtete von einem Telefonat mit einem befreundeten Intensivmediziner, der zunehmend frustriert von der aktuellen Situation sei. Die hohe Zahl der Intensivpatienten werde für das Personal zur physischen und mentalen Belastung.

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Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin zählte zuletzt 4670 Corona-Patienten, die in 1290 Krankenhäusern in Deutschland intensivmedizinisch behandelt werden müssen. 57 Prozent von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Mehr als 22.000 Intensivbetten sind aktuell belegt, 5086 sind noch frei.

„Wir können und dürfen nicht akzeptieren, dass täglich viele hunderte Menschen sterben“, sagte Ciesek. „Wir müssen es auch gar nicht akzeptieren. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, diese Zahlen zu reduzieren.“ Die Virologin rief deshalb dazu auf, Weihnachten und Silvester in diesem Jahr anders zu feiern als bisher.




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