Sars-ähnliche Lungenkrankheit könnte von Menschen übertragen werden

  • Vermutungen legen nahe, dass sich einer der an dem neuartigen Coronavirus Erkrankten seine Frau angesteckt hat.
  • Die WHO hat inzwischen auch einen Krankheitsfall im Ausland bestätigt.
  • Die rätselhaften Viren sollen in engem Zusammenhang mit Sars stehen.
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Peking. Das in China grassierende Coronavirus kann möglicherweise von Mensch zu Mensch übertragen werden. Die meisten der 41 in Wuhan erkrankten Personen hätten sich zwar möglicherweise in einem Großhandel für Meeresfrüchte angesteckt, teilten die Behörden mit. Einer der Erkrankten habe es aber vermutlich an seine Frau weitergegeben, die nach eigenen Angaben nicht auf dem Großmarkt war.

Die Behörden schätzten das Risiko einer Übertragung von Mensch zu Mensch dennoch als gering ein. Der Ehemann sei zwar zuerst erkrankt, erklärte die Gesundheitsbehörde der Stadt Wuhan. Doch sei nicht klar, ob sich seine Frau bei ihm angesteckt habe oder an Lebensmitteln, die er vom Großmarkt mitgebracht habe. Zahlreiche Menschen, die mit den Virus-Patienten in Kontakt standen, seien nicht krank geworden. Am Samstag war ein von dem Virus befallener Mann gestorben, der allerdings noch weitere Krankheiten hatte.

Genom-Analyse weist Coronavirus in Thailand nach

Das neuartige Coronavirus wurde inzwischen auch erstmals im Ausland bestätigt worden. Der Erreger wurde mit Hilfe einer Genom-Analyse bei einer Frau in Thailand nachgewiesen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete. Die 61-jährige Chinesin sei am 8. Januar nach einem Flug von Wuhan nach Bangkok bei der Fieberkontrolle am internationalen Flughafen aufgefallen.

Wie sich die Patientin angesteckt habe, werde noch ermittelt. Die Chinesin sei zwar zu Märkten mit frischen Waren in Wuhan gegangen, aber nach eigenen Angaben nicht zu dem Fisch- und Wildtiermarkt, der in Verbindung mit dem Ausbruch gebracht wird.

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Die Patientin sei in einem stabilen Zustand. 41 Fälle sind in Wuhan bestätigt, sieben Patienten sind in kritischem Zustand. Ein Mann mit schweren anderen gesundheitlichen Problemen ist an den Komplikationen gestorben. Außer in Thailand gibt es auch in Hongkong, Singapur und Südkorea Verdachtsfälle, die aber nicht bestätigt sind.

Schon einmal eine Sars-Epidemie

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Die meisten Coronaviren werden durch Husten, Niesen und Kontakt mit einer infizierten Person übertragen. Sie lösen die gewöhnliche Erkältung aus, können aber auch gravierende Atemwegskrankheiten wie Sars verursachen. In den Jahren 2002 und 2003 gab es eine Sars-Epidemie, die in China, Hongkong und andernorts fast 800 Menschen das Leben kostete.

RND/ AP/ dpa

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