Sachsen: Corona-Leugner unter Medizinern bereiten Ärztekammer Sorgen

  • Fälle von Corona-Leugnern und Maskenverweigerern unter Sachsens Ärzten beunruhigen die Landesärztekammer des Freistaats.
  • Die Ärztekammer zählt aktuell zehn bis 20 der 6000 niedergelassenen Ärzte in Sachsen zu Corona-Leugnern.
  • Wenn ein Arzt keine Maske trägt, können sich Patienten beim zuständigen Gesundheitsamt melden.
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Die Sächsische Landesärztekammer (SLÄK) zählt zehn bis 20 der 6000 niedergelassenen Ärzte in Sachsen zu Corona-Leugnern. Kalkuliert man noch diejenigen mit ein, die Gefälligkeitsatteste zur Befreiung vom Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ausstellen, bereiten der Landesärztekammer derzeit sogar 40 bis 50 Ärzte Sorgen, wie SLÄK-Sprecher Knut Köhler der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) sagte. Prozentual gesehen seien das demnach nicht viele, aber es belaste das Verhältnis zwischen Arzt und Patient massiv, wenn Ärzte selbst keine Masken trügen und Informationsmaterial auslegten, in dem Corona verleugnet werde.

Ärztekammer: Politische Neutralität und Infektionsschutz in Praxen muss gewahrt werden

Die Landesärztekammer erinnerte aus diesem Anlass nachdrücklich an den Infektionsschutz und die politische Neutralität in Arztpraxen. „Ein Arzt hat seine Tätigkeit an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten, den Infektionsschutz und die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in der Praxis umzusetzen“, heißt es darin. In der Arztpraxis solle zudem politische Neutralität gewahrt werden. Würden diese Punkt nicht eingehalten, verstoße der Praxisinhaber unter anderem gegen die Corona-Schutzverordnung des Freistaates.

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Arzt trägt keine Maske: Patienten können sich bei Gesundheitsamt melden

Köhler wies im Gespräch mit der „LVZ“ darauf hin, dass ein Arzt das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt belaste, wenn er „politisch-tendenziöses Infomaterial“ in seiner Praxis auslege. Dazu gehörten Flyer, in denen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung abgelehnt werde. In Arztpraxen habe dieses Material ein ganz anderes Gewicht als an der Tankstelle oder beim Bäcker. Die Corona-Schutzverordnung sehe seit dem 24. Oktober die Maskenpflicht in Arztpraxen vor, betont Kähler.

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Wenn Patienten Scheu davor haben, den Arzt aufzufordern, eine Maske aufzusetzen – etwa weil es der einzige Hausarzt in der Region ist, mit dem sie es sich nicht verderben wollen – können sie sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden, so Köhler. Bei einem Verstoß gegen die Corona-Schutzverordnung könne das Gesundheitsamt in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt Bußgelder erheben. Maskenverweigerer verstießen außerdem gegen die ärztliche Berufsordnung.

RND/bk





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