Rückruf von Magenmedikamenten: Diese Chargen sind betroffen

  • Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte kündigte vergangene Woche einen Rückruf von Magensäureblockern an.
  • Jetzt wurde dieser ausgeweitet.
  • Weitere Hersteller sollen betroffen sein.
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Bonn. In der Europäischen Union werden einige Medikamente mit dem Wirkstoff Ranitidin zurückgerufen. Im Rahmen einer vorsorglichen Untersuchung seien in ranitidinhaltigen Arzneimitteln geringe Spuren des Stoffes N-Nitrosodimethylamin (NDMA) nachgewiesen worden, der von der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werde, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit Sitz in Bonn am Dienstag vergangener Woche mit.

Der Rückruf betrifft Medikamente mit Wirkstoff des Herstellers Saraca Laboratories Limited. Laut BfArM liegen aber Indizien vor, dass auch weitere Wirkstoffhersteller von der Verunreinigung betroffen sein könnten. Jetzt wurde der Rückruf auf einen weiteren Hersteller ausgeweitet.

Arzneimittel mit krebserregendem Wirkstoff im vergangenen Jahr knapp 750.000-mal verordnet

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Das BfArM betont, dass der Rückruf „aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes“ erfolgt. Eine wissenschaftliche Bewertung des möglichen Gefährdungspotenzials finde zurzeit auf europäischer Ebene statt. Medikamente mit Ranitidin werden zur Kontrolle der Magensäureproduktion bei Sodbrennen, zur Behandlung der Refluxerkrankungen und zur Prophylaxe von Magengeschwüren eingesetzt.

Laut Wissenschaftlichem Institut der AOK (WIdO) wurden Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ranitidin im vergangenen Jahr 748.000-mal verordnet. Die Zahl bezieht sich auf Arzneimittel, die von niedergelassenen Ärzten ambulant verordnet und über öffentliche Apotheken zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben wurden.

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RND/dpa