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RKI-Untersuchung: Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland zu niedrig

  • Erstmals hat das Robert Koch-Institut Daten zum Impfstatus bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland veröffentlicht.
  • Laut der Untersuchung werden immer noch wichtige Impfziele verfehlt.
  • Auch, wenn die Impfqouten bei Impfungen wie beispielsweise gegen Tetanus sinken, gibt es woanders Anstiege zu verzeichnen.
David Sander
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Berlin. Die Untersuchungen zum Impfstatus bei Kindern und Jugendlichen stellen bundesweit eine Herausforderung dar. Dennoch hat das Robert Koch-Institut (RKI) nun erstmals Daten zum Impfstatus aus den Schuleingangsuntersuchungen und Abrechnungsdaten der niedergelassenen Ärzteschaft ausgewertet und in einer Gesamtschau präsentiert. “Die Ergebnisse zeigen, dass immer noch wichtige Impfziele verfehlt werden. Entscheidende Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind in allen Altersbereichen zu niedrig”, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts in einer Pressemitteilung am Donnerstag (30. Juli).

Zudem würden Impfserien zu oft später begonnen, als von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, und nicht zeitgerecht abgeschlossen. Dadurch blieben Kinder unnötig lange ungeschützt und es würden wichtige internationale Impfziele zur Ausrottung von Polio oder Masern verfehlt.

RKI: Allgemeine Impfstatus-Kontrolle ist schwierig

Die Herausforderung bei den Untersuchungen zum Impfstatus liegt hauptsächlich darin, dass zwar alle Impfungen in den kinderärztlichen Praxen im Impfausweis dokumentiert und bei den Schuleingangsuntersuchungen von den Gesundheitsämtern ausgewertet werden – ob aber die Impfungen zeitgerecht erfolgt sind, wird laut dem RKI in den Schuleingangsuntersuchungen nicht überprüft. Dazu würden die Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen herangezogen. Um verlässliche Aussagen über das nationale und regionale Impfgeschehen zu erhalten, müssten daher die Auswertungen der Schuleingangs- und Abrechnungsdaten zusammengeführt und gemeinsam betrachtet werden, heißt es weiter.

Impfqouten weisen regionale Unterschiede auf

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Eine Auswertung des Impfstatus bei Kindern und Jugendlichen soll künftig einmal jährlich im Sommer erscheinen. Der erste Bericht ist im Epidemiologischen Bulletin (32/33 2020) erschienen – vorab erst einmal online. Die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts haben für die aktuelle Untersuchung die Daten zum Impfstatus aus den Schuleingangsuntersuchungen 2018 und Abrechnungsdaten bis einschließlich 2019 verwendet.

Laut den Experten zeigen die Analysen große regionale Unterschiede beim Impfstatus – in einigen Regionen werden ausreichend hohe Impfqouten erreicht, in anderen wiederum nicht. In solchen Regionen können niedrige Impfqouten für Ausbrüche von hochansteckenden Erregern verantwortlich sein. Das RKI empfiehlt bei derartigen regionalen Impflücken, die Ursachen zu untersuchen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

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Tetanusimpfungen gehen zurück – Masernimpfungen nehmen zu

Insgesamt ist bei den Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten in den letzten Jahren bezüglich der Impfqouten ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Bei den Impfungen gegen Poliomyelitis und Haemophilus influenzae Typ b scheint der Impfstatus zum Stillstand gekommen zu sein. Hingegen sind die Impfqouten der Hepatitis-B-Impfung erstmals wieder leicht angestiegen – auch bei der Masernimpfung stellten die Experten einen leichten Anstieg fest. Die konkreten Auswirkungen des Masernschutzgesetzes sollen in den zukünftigen Berichten untersucht werden.

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Ebenfalls im Fokus des Berichts im kommenden Jahr steht die Analyse, wie stark die HPV-Impfung (Humane Papillomaviren) von Jungen genutzt wird – für sie ist die HPV-Impfung seit 2018 empfohlen. Bei den Mädchen senkte die STIKO 2014 das empfohlene Impfalter, so wurden Kinder über Routinevorsorgeuntersuchungen besser erreicht und Impfschemen reduziert. Ein Grund für das RKI, dass 15-jährige Mädchen in den letzten Jahren immer besser gegen HPV geimpft wurden.

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