Gesundheitssystem weiter belastet

RKI-Wochenbericht: Infektionsdruck bleibt in allen Altersgruppen hoch

Während die betroffenen Bewohner nach nur leichte Symptome haben, sollen die Mitarbeiter härter getroffen worden sein.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den besonders gefährdeten Menschen ab 80 Jahren weiter angestiegen. Ausbrüche in Pflegeheimen haben demnach zugenommen.

Berlin. In der Corona-Sommerwelle erwartet das Robert Koch-Institut (RKI) auch in den kommenden Wochen weitere Herausforderungen. Es sei noch mit Fällen und vor allem in den höheren Altersgruppen mit Krankenhauseinweisungen, einer Zunahme von intensivmedizinischen Behandlungen und mit Todesfällen zu rechnen, geht aus dem RKI-Wochenbericht zu Covid-19 von Donnerstagabend hervor. In allen Altersgruppen bleibe der Infektionsdruck hoch. Das belaste auch das Gesundheitssystem.

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Mehr Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nur leicht gesunken. Das Gesamtbild ergebe sich aus bereits fallenden Inzidenzen in den meisten westdeutschen Bundesländern und Berlin – bei noch leicht steigenden Inzidenzen in den anderen ostdeutschen Bundesländern und Bayern. „Weiterhin ist eher eine Seitwärtsbewegung als ein sinkender Trend zu beobachten“, heißt es. Bei den besonders gefährdeten Menschen ab 80 Jahren sei die Inzidenz weiter angestiegen. Ausbrüche in Pflegeheimen hätten zugenommen.

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Neben der Inzidenz, die das Infektionsgeschehen unvollständig widerspiegelt, blickt das RKI in dem Bericht noch auf einige weitere Datenquellen. Insgesamt schätzt es für vergangene Woche, dass 800.000 bis 1,5 Millionen Menschen Corona mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion hatten. Bei den Todesfällen in Verbindung mit dem Virus spricht das RKI von einem Plateau von wöchentlich knapp über 400. Die Zahl der Krankenhausaufnahmen von Menschen, die eine schwere akute Atemwegsinfektion haben und eine Covid-19-Diagnose, habe sich nach einem mehrwöchigem Anstieg im Juni nun auf erhöhtem Niveau stabilisiert, schreibt das RKI. Genannt wird für die Vorwoche eine Zahl von 3900 Aufnahmen, bei denen beide Kriterien zusammenkamen.

Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen

Wie weiter aus den Analysen hervorgeht, hat sich hierzulande die Omikron-Sublinie BA.5 weitestgehend durchgesetzt: Nach den aktuellsten verfügbaren Daten ist die Linie in knapp neun von zehn positiven Proben gefunden worden. Eine Ausbreitung der Omikron-Sublinie BA.2.75, über deren Mutationen sich manche Forschende zuletzt besorgt gezeigt hatten, wird laut RKI hauptsächlich in Indien und verschiedenen anderen Regionen weltweit beobachtet. Hierzulande seien insgesamt vier Nachweise bekannt. Die Autorinnen und Autoren halten auch fest, dass ein Wachstumsvorteil von BA.2.75 in einem von BA.4 und BA.5 dominierten Geschehen – wie in Deutschland – aktuell unbekannt sei.

Coronavirus: Verwirrung um den zweiten Booster

Zum jetzigen Zeitpunkt kann man die Frage, ob eine zweite Booster-Impfung sinnvoll ist oder nicht, nicht pauschal beantworten.

Das RKI ruft weiter dazu auf, die Empfehlungen zum Vermeiden von Ansteckungen „unbedingt“ einzuhalten. Die Werte zu akuten Atemwegserkrankungen in der Gesamtbevölkerung wie die Zahl der Arztbesuche seien weiterhin höher als in den Vorjahren um diese Zeit.

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RND/dpa

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