RKI meldet: Wieder mehr ältere Menschen unter den Neuinfizierten

  • Das Robert-Koch-Institut hat am Freitag einen neuen Situationsbericht veröffentlicht.
  • Die Zahl der Reiserückkehrer unter den Infizierten nimmt inzwischen ab – die der älteren Bevölkerung steigt jedoch wieder an.
  • Außerdem ist ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten.
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Die Zahlen der täglichen Neuinfizierten sind auch in Deutschland wieder recht hoch. In seinem neusten Situationsbericht gab das Robert-Koch-Institut am Freitagabend 9960 Neuinfizierte innerhalb einer Woche bekannt. Zuletzt waren es mit 1916 knapp unter 2000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages – und die Menschen stecken sich vermehrt gegenseitig an.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich den RKI-Daten zufolge mindestens 267.773 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9960. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 238.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

R-Wert liegt immer noch leicht über 1

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

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Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,21 (Vortag: 1,15). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

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Übertragung in der Bevölkerung steigt an

Wie das RKI berichtet, steigt nicht nur die Zahl an Neuinfektionen, es ist aktuell auch ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Besonders deutlich ist die Inzidenz, also die Covid-19-Fälle pro 100.000 Einwohnern, demnach in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen.

Vermehrt Infektionen unter der älteren Bevölkerung

Inzwischen sind es dem RKI zufolge außerdem nicht vermehrt Reiserückkehrer, die positiv auf das Virus getestet werden – der Anteil der Covid-19-Fälle in der älteren Bevölkerung nimmt hingegen aktuell leicht zu. Sollte sich dieser Trend fortsetzen und sollten sich wieder vermehrt ältere Menschen infizieren, ist dem RKI nach auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle zu rechnen.

Doch nicht nur in Alten- und Pflegeheimen werden vermehrt Ausbrüche gemeldet, weitere gibt es in Krankenhäusern, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, Gemeinschaftseinrichtungen, verschiedenen beruflichen Settings sowie in Zusammenhang mit religiösen Veranstaltungen, so das RKI. Daher sei es besonders wichtig, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert und die Abstands- und Hygieneregeln konsequent – auch im Freien – einhält. Menschenansammlungen sollten dem RKI zufolge möglichst gemieden und Feiern auf den engsten Familien- und Freundeskreis beschränkt bleiben.

RND/tmo



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