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RKI-Studie: 28 Prozent der Corona-Infizierten in Kupferzell haben keine Antikörper

  • Das Robert-Koch-Institut hat im ehemaligen Corona-Hotspot Kupferzell eine Antikörperstudie mit mehr als 2000 Erwachsenen durchgeführt.
  • Die Studie zeigt, dass ein hoher Anteil der positiv Getesteten im Nachhinein keine Antikörper im Blut aufweist.
  • Laut den Ergebnissen hatten sich 7,7 Prozent der Kupferzeller mit dem Coronavirus infiziert – viermal mehr Menschen als ursprünglich getestet.
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Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in einer Antikörperstudie den Corona-Hotspot Kupferzell in Baden-Württemberg untersucht. Demnach hatten 28 Prozent der untersuchten Erwachsenen, die bereits positiv auf Corona getestet worden waren, im Nachhinein keine Antikörper im Blut. “Auch aus anderen Studien ist bekannt, dass bei einem Teil der Personen, die nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert waren, nach einer gewissen Zeit keine Antikörper mehr nachgewiesen werden können. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass keine Immunität besteht”, sagte die Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener bei der Vorstellung der Studie “Corona Monitoring lokal”.

Corona-Ausbruch nach Kirchenbesuch

Im baden-württembergischen Kupferzell hatte es nach einem Kirchenbesuch am 1. März stark steigende Corona-Infektionszahlen gegeben. Für die Antikörperstudie hat das Robert-Koch-Institut vom 20. Mai bis zum 9. Juni insgesamt 2203 Erwachsene aus Kupferzell getestet und befragt. Die Forscher nahmen den Probanden Blut ab, machten PCR-Rachenabstriche und stellten ihnen Fragen zum Beispiel zu Vorerkrankungen.

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Hohe Corona-Dunkelziffer in Kupferzell
2:20 min
In der Gemeinde Kupferzell in Baden-Württemberg haben sich fast viermal mehr Einwohner mit dem Coronavirus infiziert als bisher bekannt.  © Reuters

Laut den Ergebnissen konnte das Infektionsgeschehen so eingedämmt werden, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung kein PCR-Rachenabstrich mehr coronapositiv war. Über die Antikörpertests konnten die Forscher aber die Grundimmunität in der Bevölkerung bestimmen. Demnach hatten 7,7 Prozent der getesteten Kupferzeller eine Corona-Infektion durchgemacht. “Mit Blick auf den Herbst reicht diese in Kupferzell vorhandene Grundimmunisierung der Bevölkerung nicht aus, um eine zweite Welle zu verhindern”, ordnete der Vizepräsident des RKI, Lars Schaade, die Ergebnisse ein.

Dunkelziffer liegt bei 3,9

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Mit Spannung erwartet wurde auch die Dunkelziffer: In Kupferzell gab es laut den Studienergebnissen 3,9-mal mehr Infektionen als bisher bekannt. Der Leiter des Zentrums für Gesundheitsschutz in Baden-Württemberg, Stefan Brockmann, zeigte sich davon erfreut: “Dieser Faktor vier zeigt, dass wir in Baden-Württemberg und in Deutschland gut arbeiten und gut aufgestellt sind. In anderen Ländern liegt die Dunkelziffer zum Teil bei Faktor zehn.”

Bei der Auswertung aus Kupferzell war außerdem auffällig, dass mit 8,7 Prozent deutlich mehr Frauen Antikörper im Blut aufwiesen als Männer (6,3 Prozent). Außerdem waren demnach überdurchschnittlich viele über 80-Jährige erkrankt – die Quote lag hier bei 16,7 Prozent. Dagegen waren bei der jüngsten untersuchten Gruppe der 18- bis 34-Jährigen nur 6,3 Prozent der Antikörpertests positiv.

17 Prozent der Infektionen verliefen ohne Symptome

Auch zum Thema asymptomatische Verläufe einer Corona-Infektion gibt die Studie Aufschluss. Demnach zeigten knapp 17 Prozent der Menschen, die Antikörper im Blut aufwiesen und damit eine Corona-Infektion durchgemacht hatten, vorher keine Symptome. In einem Kurzfragebogen war abgefragt worden, ob die Probanden mindestens eines von acht Symptomen bemerkt hatten (Fieber über 38° Grad, Atemnot oder Kurzatmigkeit, Lungenentzündung, Schnupfen, Husten, Schmerzen beim Atmen, Halsschmerzen, Geruchs- und/oder Geschmacksstörung).

“Das ist insofern spannend, als dass es zeigt, dass das Potenzial der asymptomatisch verlaufenden Fälle durchaus da ist”, sagte der Landrat des Hohenlohekreises, Matthias Neth. “Auch auf Grundlage dessen müssen wir uns fragen, wie wir künftig mit Großveranstaltungen umgehen.”

Drei weitere Corona-Hotspots werden untersucht

Die Antikörperstudie des RKI wird noch in drei weiteren Gemeinden durchgeführt, die stark von Corona betroffen waren, darunter das oberbayerische Bad Feilnbach und das niederbayerische Straubing. Der vierte Ort steht noch nicht fest. Insgesamt will das RKI so mehr als 8000 Erwachsene testen.

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