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RKI-Studie zu Borna-Virus: Erkrankte stammen vor allem aus ländlichen Gebieten

  • Pro Jahr infizieren sich im Schnitt zwei Menschen in Deutschland mit dem Borna-Virus.
  • In einer neuen Studie hat das Robert Koch-Institut den Erreger genauer untersucht.
  • Demnach scheinen primär Menschen aus sehr ländlichen Regionen am Borna-Virus zu erkranken.
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Regensburg. Eine neue Studie über das sogenannte klassische Borna-Virus legt nahe, dass in erster Linie Menschen aus sehr ländlichen Regionen an der seltenen Infektion erkranken. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Studie des Robert Koch-Institutes (RKI) hervor.

Die Ärztin und Epidemiologin Kirsten Pörtner hat dafür die Angehörigen von acht an dem Virus gestorbenen Patienten befragt. Das Ergebnis: Alle wohnten auf dem Land, sieben von acht hatten eine Katze.

Feldspitzmaus ist Reservoirwirt des Erregers

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Einziger bekannter Reservoirwirt des Erregers ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), bei der die Infektion keine Symptome verursacht. Die Spitzmäuse scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus – darüber können sich dann andere Säugetiere und in seltenen Fällen auch der Mensch anstecken. „Möglicherweise bringen Katzen durch ihr Jagdverhalten ihre Besitzer mit Spitzmäusen und dem Virus in Kontakt – die Katzen selbst waren unauffällig“, so Pörtner.

Borna-Viren lösen eine Hirnentzündung aus, die in nahezu allen Fällen tödlich endet. Pro Jahr werden im Schnitt zwei Infektionen in Deutschland bekannt, Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt, bei bis zu sechs Fällen pro Jahr.

Infektionen treten vor allem in Bayern auf

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Ein Schwerpunkt der Infektionen liegt in Bayern. „Warum das so ist, wissen wir nicht“, sagte Pörtner. „Möglich ist, dass man in Bayern inzwischen mehr hinschaut und bei einer Hirnentzündung mit unbekannter Ursache inzwischen eher auf das Virus testet. Möglich ist aber auch, dass es in Bayern mehr Spitzmäuse gibt, die mit dem Virus besiedelt sind.“

Sowohl Bayern als auch Sachsen-Anhalt gehören neben anderen Bundesländern zu den Gebieten in Deutschland, in denen das klassische Borna-Virus vorkommen kann.

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Erreger ist noch lange Zeit nachweisbar

Forscher des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) und der Universität Regensburg hatten Anfang des Jahres berichtet, dass der Erreger in Bayern in aufbewahrten Hirnproben gestorbener Patienten nachgewiesen werden konnte.

Insgesamt starben demnach zwischen 1995 und 2019 mindestens 14 Menschen nachweislich an der Gehirnentzündung durch das klassische Borna-Virus. Dem bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zufolge sind in diesem Jahr zwei weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Borna-Virus gestorben.

RND/dpa

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