• Startseite
  • Gesundheit
  • RKI-Studie: Welche Corona-Regeln sinnvoll sind und warum die Antwort schwierig ist

Wie wirksam sind die Anti-Corona-Maßnahmen? RKI wertet Studien aus - und erhält uneindeutige Ergebnisse

  • Welche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind besonders wirksam und welche nicht?
  • Dieser Frage versuchte ein Team von Forschenden des Robert Koch-Instituts nachzugehen.
  • Es hat 34 Studien ausgewertet, die sich mit dem Erfolg von Corona-Maßnahmen weltweit beschäftigen.
|
Anzeige
Anzeige

Forschende des Robert Koch-Instituts haben in einer Review 34 Studien ausgewertet, die sich mit dem Erfolg von Corona-Maßnahmen beschäftigt haben. Ihre Untersuchung wurde im Fachmagazin „Journal of Infection“ veröffentlicht. Die Ergebnisse sind nicht ganz eindeutig: Denn die Studien lieferten zum Teil recht unterschiedliche Resultate.

Die Schließung von Büros zeigte sich in zwölf von 14 Studien (86 Prozent), die sie untersuchten, als effektiv. Die Schließung von Veranstaltungsorten und Geschäften wurde in sieben Studien untersucht und zeigte sich in vier davon als wirkungsvoll (57 Prozent), in den anderen dreien nicht. Schulschließungen wurden als Maßnahme besonders häufig untersucht, nämlich in 24 der ausgewerteten Studien. Dabei kamen 14 Studien (58 Prozent) zu dem Schluss, dass die Schließungen eine Auswirkung auf die Infektionszahlen hatten, die anderen zehn jedoch nicht.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise ‒ jeden Donnerstag.
Anzeige

Das Verbot öffentlicher Veranstaltungen wurde in zwölf Studien untersucht, sechs davon stellten eine Auswirkung auf die Fallzahlen fest (50 Prozent), sechs andere keine. Die Forschenden weisen darauf hin, dass auch Maßnahmen zu wirken schienen, die nicht oder mit weniger starken Einschränkungen für die Bevölkerung verbunden waren: So wirkten sich öffentliche Informationskampagnen in sechs von acht Studien auf den Pandemieverlauf aus (75 Prozent) und die Vorschrift, eine Maske zu tragen, in sechs von sieben (86 Prozent). Bei Teststrategien, der Kontaktnachverfolgung und Isolations- und Quarantänemaßnahmen konnten die Forschenden in den Studien so gut wie keine Belege für deren Nutzen finden.

Anzeige

Negative Auswirkungen berücksichtigen

Die meisten Studien hatten dabei nur eine Auswirkung von Maßnahmen auf die Fallzahlen, die Wachstumsraten und den R‑Wert untersucht. Inwieweit sich die Maßnahmen auf die Sterblichkeit auswirkten, war hingegen nicht eindeutig.

Anzeige

In ihrer Diskussion der Review gehen die Autorinnen und Autoren noch einmal speziell auf die Schulschließungen ein und weisen darauf hin, dass bei diesen in besonderer Weise negative Auswirkungen drohen. Zudem war die Datenlage widersprüchlich: Zwar hätten einige Studien hier einen besonders großen Effekt gezeigt, andere hingegen gingen von keinem nennenswerten Effekt aus, auch weil nicht sicher ist, ob Kinder das Virus in ähnlicher Weise wie Erwachsene verbreiten.

Von den Studien mit besonders hoher Aussagekraft hatte jeweils die Hälfte einen Effekt von Schulschließungen festgestellt, die andere Hälfte nicht.

Die Forschenden betonen in ihrem Review, dass Maßnahmen wie Aufklärungskampagnen und Masken bei vergleichsweise wenig Aufwand und geringen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen einen großen Nutzen haben können. Maßnahmen seien immer dann besonders erfolgreich, wenn diese frühzeitig ergriffen würden, auch wenn sie weniger streng seien. Unterschiede bei der Wirksamkeit seien nicht immer hoch genug, um strengere Maßnahmen gegenüber weniger strengen zu rechtfertigen.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen