Panne beim RKI: Corona-Zahlen wohl höher als gemeldet

  • Am Freitagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut 11.242 Corona-Neuinfektionen in Deutschland.
  • Dabei fehlten aber offenbar zahlreiche Fälle – Schuld war eine technische Panne.
  • Wie groß die Datenlücke ist, zeigt sich laut RKI erst am Samstag.
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In Nordrhein-Westfalen wurden am Donnerstag offenbar mehr Menschen positiv auf das Coronavirus getestet als offiziell bekannt. Der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) zufolge fehlten am Freitagmorgen mehrere hundert neue Fälle aus Nordrhein-Westfalen im Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag mit und bestätigte die Berichte über eine technische Panne beim RKI.

Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert und es sei auch noch sehr viel übermittelt worden. „Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17.30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen”, teilte die Sprecherin weiter mit. Die fehlenden Daten würden am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann morgen in der Publikation. „Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen”, ergänzte Glasmacher.

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Fehlende Daten beeinflussen auch die Inzidenzwerte

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In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen am Donnerstag offenbar deutlich höher als vom RKI gemeldet. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums gingen am Freitag bei elf Kreisen und kreisfreien Städten in NRW null Neuinfektionen in die RKI-Statistik ein. Betroffen waren auch Großstädte und Corona-Hotspots wie Dortmund, Duisburg und Wuppertal. Die Zahlen könnten erst am Samstag in die Statistik einfließen, sagte ein Ministeriumssprecher.

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Der „WAZ“ zufolge wurde am Freitag zum Beispiel für Duisburg ein Inzidenzwert von 89,6 gemeldet. Dieser lag deutlich niedriger als der Wert von 105,7 am Donnerstag. Die Stadt Duisburg gab jedoch am Freitag einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen bekannt und hob die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag auf 126 an. Allein aus Dortmund, Duisburg, Herne und der Städteregion Aachen fehlen laut der „WAZ“ mehrere hundert Fälle in der Statistik.

RND/tam/dpa

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