• Startseite
  • Gesundheit
  • RKI: Labore entlasten durch weniger PCR- und mehr Schnelltests - vier bestätigte Omikron-Fälle

RKI: Labore entlasten durch weniger PCR- und mehr Schnelltests - vier bestätigte Omikron-Fälle

  • Nicht nur die Gesundheitsämter und Kliniken arbeiten zur Zeit am Limit, auch Corona-Labore kommen kaum mit den Auswertungen hinterher.
  • Daher empfiehlt das Robert Koch-Institut in seinem Wochenbericht vom Donnerstag einen zurückhaltenderen Einsatz von PCR-Tests.
  • Außerdem gibt das RKI vier bestätigte Omikron-Infektionen sowie acht Verdachtsfälle an.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Aufgrund der angespannten Situation in den Corona-Laboren empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) einen zurückhaltenderen Einsatz von PCR-Tests. „In einigen Regionen befinden sich Labore an den Grenzen ihrer Auslastung. Daher ist eine Priorisierung des Einsatzes von PCR-Tests gemäß der Nationalen Teststrategie aktuell geboten“, schreibt das RKI in seinem Wochenbericht von Donnerstagabend. So sollten PCR-Testungen „unter dem Aspekt der regional verfügbaren PCR-Kapazitäten entsprechend kritisch geprüft werden“.

PCR-Tests, die für einen sicheren Nachweis einer Infektion notwendig sind, sollten beispielsweise nur noch begrenzt dafür eingesetzt werden, die Quarantäne- und Isolationszeit bei Kontaktpersonen und Infizierten zu verkürzen. „Für depriorisierte Anlässe (gemäß Teststrategie) sollten bei gebotener Indikationhochwertige Antigenschnelltests eingesetzt werden.“ Solche Schnelltests können vor Ort ausgewertet werden und brauchen kein Labor.

Die Pandemie und wir Unser Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise ‒ jeden Donnerstag.
Anzeige

Überlastung führt zur Verzerrung der Corona-Zahlen

Es gibt die Befürchtung, dass überlastete Labore Infektionen nicht zeitnah melden können und dadurch die offizielle Statistik verzerrt wird. Zudem gehen Fachleute davon aus, dass einige Gesundheitsämter wegen der vielen Corona-Fälle derzeit nicht mit dem Melden von Nachweisen nachkommen.

Dem RKI fällt auch deshalb die Beurteilung der zuletzt gesunkenen Corona-Zahlen schwer. „Der starke Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt“, heißt es im Wochenbericht. Dies könne „einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein“. Allerdings könnte die Entwicklung „regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein“. Am Freitagmorgen ist die Sieben-Tage-Inzidenz allerdings wieder leicht angestiegen.

Anzeige

Vier bestätigte Omikron-Infektionen und acht Verdachtsfälle

Bislang sind in Deutschland nach RKI-Angaben vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt. Bei diesen vier Fällen handele es sich um Reiserückkehrende aus Südafrika. Das Land hatte Mitte vergangener Woche über die Variante informiert. Die vier Menschen seien allesamt geimpft, keiner von ihnen musste bislang zur Behandlung ins Krankenhaus, wie das RKI mitteilte. Alle zeigten nur milde Symptome. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Vorabinformationen, die bis Mittwoch (1.12.) übermittelt wurden.

Anzeige

Bei acht weiteren Fällen in Deutschland bestehe ein Verdacht auf Omikron, diese würden aktuell durch Genomsequenzierung - also dem Auslesen des Virenerbguts - überprüft. Expertinnen und Experten gehen jedoch von einem bereits darüber hinausgehenden Vorkommen aus. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC sieht Anzeichen dafür, dass die Omikron-Variante schon in wenigen Monaten der dominierende Typ in Europa sein könnte.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen