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Corona-Prävention für den Herbst: RKI empfiehlt Lolli-Pool-PCR-Tests für Kitas und Schulen

  • Im Herbst könnte es womöglich wieder vermehrt zu Corona-Infektionen in Schulen und Kitas kommen.
  • Das Robert Koch-Institut rät deshalb, dort Lolli-Pool-PCR-Tests durchzuführen.
  • Dieses Testverfahren sei insgesamt zuverlässiger als Antigenschnelltestungen.
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Berlin. Die Sommerferien rücken näher, Entspannung in den Schulen und Kitas ist in Sicht. Doch wie geht es danach weiter? Mit dem Herbst wird es wahrscheinlich wieder häufiger zu Infektionen mit dem Coronavirus kommen, prognostizieren Expertinnen und Experten. Auslöser ist die Virusvariante Delta, die ansteckender als der bisher dominierende Alpha-Typ ist und sich vor allem in der ungeimpften Bevölkerung verbreitet.

Es ist davon auszugehen, dass auch nach den Sommerferien noch nicht alle Kinder und Jugendlichen geimpft sein werden. Weil sie entweder noch kein Impfangebot erhalten haben, weil sie sich nicht impfen lassen wollen oder weil ein Corona-Impfstoff noch nicht für ihre Altersstufe zugelassen wurde. Das Risiko ist also hoch, dass im Herbst vor allem Schulen und Kitas wieder zu Infektionsorten werden.

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Um den Regelbetrieb in den Bildungseinrichtungen aufrechtzuerhalten, empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI), dort regelmäßige PCR-Pooltests durchzuführen. So könne das Infektionsgeschehen vor Ort überwacht und das Risiko der Virusübertragung reduziert werden, heißt es in der aktuellen Ausgabe des „Epidemiologischen Bulletins“ (26/2021).

Kinder und Jugendliche sollen Lollitests nutzen

Genauer gesagt schlägt das RKI vor, sogenannte Lollitests einzusetzen. Dabei müssen die Kinder und Jugendlichen für circa 30 Sekunden an einem Wattestäbchen lutschen wie an einem Lolli. Die Proben einer Schulkasse oder Kita-Gruppe werden dann in einem gemeinsamen Proberöhrchen gesammelt, ins Labor gebracht und dort am selben Tag noch mithilfe der PCR-Methode ausgewertet. Jede und jeder Getestete bekommt einen weiteren Lollitest für zu Hause.

Fällt die Pooltestung positiv aus, also werden Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen, muss am nächsten Morgen ein weiterer Lollitest zu Hause durchgeführt werden. Die Probe soll anschließend in die Schule oder Kita gebracht werden, von wo aus sie ins Labor transportiert wird. Dort wird nun jeder Test einzeln mit der PCR-Methode untersucht (Poolauflösung), um die infizierten Kinder und Jugendlichen zu identifizieren.

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PCR-Tests haben größere Spezifität und Sensitivität

Dieses Testverfahren würde zwar insgesamt länger dauern, schreibt das RKI, aber es sei zuverlässiger als die bisher verwendeten Antigenschnelltests. Diese haben meist eine geringere Spezifität und Sensitivität als PCR-Tests. Das bedeutet, es muss mit mehr falsch positiven und falsch negativen Ergebnissen gerechnet werden.

„Falsch negative Ergebnisse können in Kitas und Schulen möglicherweise zu größeren Ausbrüchen führen, da dort Kinder vieler Haushalte ohne beziehungsweise teilweise mit eingeschränkten Abstands- und Hygienemaßnahmen in Kontakt kommen, sodass eine in die Gemeinschaftseinrichtung eingetragene Infektion an mehrere Familien übertragen werden kann“, heißt es vonseiten des RKI. „Bei engmaschigem (mindestens zweimal wöchentlichem) PCR-Testen werden infizierte Kinder aufgrund der wesentlich höheren Sensitivität früher erkannt als bei Testungen mittels Antigenschnelltest.“

Auch Prof. Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln, spricht sich für die Lolli-Pool-PCR-Tests aus. Diese sollten „wann immer möglich den Vorrang erhalten“, sagte er dem Science Media Center. Dötsch ist ebenfalls Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Diese hatte bereits im März dazu geraten, PCR-Pooltests als mögliches Testverfahren für Schulen und Kitas in Erwägung zu ziehen.

Testverfahren soll bestehende Corona-Maßnahmen ergänzen

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Seit Anfang Mai kommt die Lollitestung mittels PCR-Poolverfahren beispielsweise in Nordrhein-Westfalen zum Einsatz. Zweimal pro Woche müssen sich Schülerinnen und Schüler an Grund- und Förderschulen in ihren Lerngruppen auf das Coronavirus testen. Die Handhabung der Lollitests sei „einfach und kind- beziehungsweise altersgerecht“, schreibt das Ministerium für Schule und Bildung des Landes auf seiner Internetseite. Zunächst sollte das Testangebot nur bis zu den Sommerferien gelten; Ende Juni teilte das Ministerium dann mit, dass es bis zu den Herbstferien verlängert wird, um „allen Beteiligten (...) ein Höchstmaß an Sicherheit zu geben“.

Vor allem in Zeiten einer niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz sei eine derartige PCR-Pooltestung sinnvoll, heißt es vom RKI. Die Behörde weist ferner darauf hin, dass dieses Testkonzept nicht bestehende Maßnahmen wie das Tragen von Masken oder Abstandsregelungen ersetzen, sondern ergänzen soll, um das Infektionsrisiko in Schulen und Kitas zu reduzieren. „Nur das Zusammenspiel von Maßnahmen (Multikomponenten-Präventionskonzept) trägt signifikant zur Prävention von Infektionen bei.“

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